Beiträge

Geschichte und Geschichten einer spektakulären Küstenstraße.

Chapman's Peak DriveDer Chapman’s Peak Drive zählt zu den schönsten Küstenstraßen der Welt und seine Geschichte ist reich an kuriosen Erzählungen und folgenschweren Geschehnissen. Gebaut wurde diese neun Kilometer lange Straße mit ihren 114 Kurven zwischen 1915 und 1922 und verbindet auf der Kap-Halbinsel die Orte Hout Bay und Noordhoek. Entlang der Strecke bieten zahlreiche Haltebuchten atemberaubende Aussichten auf die Atlantikküste mit fantastischen Fotomotiven. Einst war die Fahrt über den Chapman’s Peak jedoch nicht ungefährlich, denn sowohl herabfallende Felsbrocken als auch eine regennasse Fahrbahn führten immer wieder zu schweren Unfällen. Als im Januar 2000 dreißig Prozent der Strecke verschüttet wurden, musste die Straße gesperrt werden. Aus Kostengründen wurde die Straße anschließend an ein privates Konsortium verpachtet, das entlang der Strecke riesige Fangnetze für herabfallendes Gestein anbrachte und an zwei besonders gefährlichen Stellen Tunnelanlagen in den Fels hinein schlug. Zur Amortisierung dieser Sanierungskosten fallen Mautgebühren für eine einfache Fahrt von derzeit 38 Rand an.

chapman's peak driveAls im Jahr 2002 im Rahmen einer gigantischen Küsten-Reinigungs-Aktion unterhalb des Chapman’s Peak Drive ein Helikopter 22 Autowracks aus dem Ozean barg, kam die Erinnerung an ein lange zurückliegendes Ereignis wieder auf, das im Oktober 1988 geschah. Ein irischer Geschäftsmann verlor damals auf dem Drive die Kontrolle über seinen Mercedes Benz, wurde aus der Kurve geschleudert und stürzte hundert Meter in die Tiefe. Jedoch wie durch ein Wunder hatte er den Unfall nicht nur überlebt, sondern er kletterte auch beinahe ohne Kratzer aus dem Unfallfahrzeug. Mercedes hörte von der Geschichte und war so beindruckt von den Sicherheitsfunktionen und der Stabilität ihrer Fahrzeuge, dass sie beschlossen, darauf einen TV-Werbespot aufzubauen. Für die Filmproduktion ließen sie einen Mercedes exakt an der gleichen Stelle die Klippen hinab stürzen und stellten nach, wie der Fahrer anschließend unbeschadet aus dem Fahrzeug stieg, begleitet von der nüchternen Erklärung des Off Sprechers: „… er überlebte, weil er einen Sicherheitsgurt trug und einen Mercedes Benz fuhr.“

BMW Südafrika wurde auf den Spot aufmerksam und ahmte ihn genial nach. Und so kam es, dass aus dieser Werbekampagne ein legendärer Werbekrieg zwischen Mercedes und BMW entflammte. BMW zeigte eine Woche später einen TV-Spot, in dem ein BMW die gleiche Strecke entlang fuhr und an der Stelle, wo der Mercedes die Kontrolle verlor und über die Brüstung stürzte, reagierte der BMW souverän, blieb auf der Fahrbahn und der Fahrer fuhr gelassen weiter. Dazu die Off Stimme mit schelmischem Unterton: „Doesn’t it make sense to drive a luxury sedan … (Pause) that beats the bends (Benz)?“ Sie werden es ahnen: Die Anzeige musste nach gut einer Woche aus der Schaltung genommen werden wegen des Verstoßes vergleichender Werbung. Die beiden Spots führen jedoch auf Youtube immer noch zum Schmunzeln.

Heute ist der ChapmaNoordhoek Beachn’s Peak Drive weitestgehend sicher zu befahren, solange der Fahrer sein Augenmerk auf der Fahrbahn belässt und nur von den vielen Aussichtspunkten aus die spektakulären Ausblicke genießt. Auf der Fahrt hinunter nach Noordhoek eröffnet sich Ihnen die atemberaubende Sicht auf den acht Kilometer langen Strand, der bis nach Kommetje reicht. Der feine, weiße Sand und die herrliche Szenerie von Dünen, Wetlands und der Bergkette im Hintergrund laden zu einem ausgiebigen Strandspaziergang geradezu ein. Oder haben Sie Lust, den Strand auf dem Rücken eines Pferdes zu erkunden? Bei Sleepy Hollow Horse Riding können Sie Ihren Ausritt buchen.

Für kulinarische Erlebnisse sorgt Franck Dangereux im THE FOODBARN. Das Restaurant & Deli befindet sich im Noordhoek Farm Village, das über die Village Lane zu erreichen ist. In einer alten Scheune werden in legerer und gemütlicher Atmosphäre köstliche Speisen serviert, in denen Franck mediterrane, asiatische und indische Einflüsse wunderbar kombiniert. Aber vor allen Dingen bereitet er seine Gerichte mit „Liebe, Respekt, Wissen und nochmals Liebe“ zu. Er hat einfach Freude und Spaß bei dem, was er tut und das spürt der Gast in vielen Facetten. In der Wintersaison von Mai bis Oktober können Sie ihn dabei persönlich in der Küche erleben. Die Kochvorführungen beginnen in 2016 am Freitag, den 21. August, ab 12:00 Uhr. Die Teilnahme ist auf +/- 30 Gäste reduziert. Also unbedingt anmelden, wenn Sie bei diesem köstlichen Event mit dabei sein möchten.

Fotos: scenic Chapman’s Peak Drive: Shutterstock, David Steele; vertikal Chapman’s Peak Drive: Shutterstock, Neil Bradfield

Das Kap der Stürme.

So taufte Bartolomeu Kap der Guten HoffnungDiaz die Südspitze Afrikas, die er in geheimer Mission auf der Suche nach einem Seeweg von Europa nach Asien 1488 entdeckte. Das Kap sollte sein Schicksal werden. Zwölf Jahre später ging sein Schiff in der Nähe des Kaps im Sturm unter und er starb mit der gesamten Besatzung den Seemannstod. Das „Diaz Cross“ auf der Kap-Halbinsel erinnert an seine Entdeckung. Das „Kap der Stürme“ wurde von Seefahrern jahrhundertelang mit größtem Respekt behandelt. Zahlreiche Schiffwracks entlang der Küste zeugen von der Gefahr, die von starken Winden und heftigen Strömungen, aber auch von der Felsenlandschaft unter Wasser ausgeht und auch heute noch Schiffe in Seenot bringen kann. Die Portugiesen benannten das Kap bald in Kap der Guten Hoffnung um, in der Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Fernen Osten – und zudem klingt es ja auch verlockender für all jene, die sich seinerzeit auf die lange und beschwerliche Passage begaben.

Buntbock am Kap der Guten HoffnungWeit weniger stürmisch sondern eher geruhsam geht es auf dem Festland zu. Wenn Sie durch das Eingangstor zum Cape of Good Hope Nature Reserve fahren, eröffnet sich Ihnen unmittelbar eine weite Busch- und Felsenlandschaft. Auf dem Hauptweg nach Cape Point gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Die kleinen Nebenwege, die Sie tief in die artenreiche und einzigartige Flora und Fauna des Reservats hineinführen, ermöglichen in vielen Teilabschnitten nur ein langsames Vorwärtskommen. Es sind jedoch nicht alleine die etwas holprigen Straßen, die das Fahren verlangsamen, sondern es ist die grandiose und unberührte Landschaft mit ihrer vielfältigen Fynbos- und Protea-Vegetation, den immer wieder atemberaubenden Ausblicken auf die abgelegenen Buchten und die faszinierende Tierwelt, die einem – bei wachem Auge – überall begegnet und einen veranlasst anzuhalten und zu beobachten. Seien es Pavian-Familien, die den Weg kreuzen und sich dabei viel Zeit lassen ihre Jungen nachkommen zu lassen oder Buntböcke, die in völliger Ruhe Blätter aus den Büschen rupfen. Auch Strauße beeindrucken, wie sie mit ihren großen Augen die Besucher erst skeptisch beobachten, um dann wieder unbeeindruckt weiterzugrasen.

Leuchtturm am Cape PointDie Hauptattraktion am Kap – der Leuchtturm von Cape Point – ist der Ort, wo Sie auf die meisten Touristen treffen werden. Es lohnt sich daher etwas früher am Tag den fantastischen Ausblick von dort oben zu genießen, um dann bei der nächsten Attraktion am Kap der Guten Hoffnung das obligatorische Erinnerungsfoto zu schießen. Nach diesen beiden „must-see“-Orten werden Sie auf den Seitenwegen zur False Bay oder zum Atlantischen Ozean nur mehr wenigen Besuchern begegnen. Mit dem Eintrittsticket zum Cape of Good Hope Nature Reserve erhalten Sie eine Karte, auf der die einzelnen Wege mit ihren Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Nehmen Sie sich Zeit für eine Wanderung, z. B. entlang des Shipwreck-Trails am Olifantsbos, ein Rundweg, der Sie zu den Überresten zweier Wracks führt und ca. 90 Minuten dauert. Oder zum windgeschützten Strand von Buffels Bay mit einem Gezeitenpool und Picknickplätzen. Auf den umliegenden Grasflächen können oft Buntböcke gesichtet werden. Sie sollten daher bei diesem Trip ein Fernglas mitnehmen und Windjacke und festes Schuhwerk nicht vergessen.

Ein genussvoller Ausklang des Tages

Wenn Sie den Rückweg über Simon’s Town nehmen und noch Lust haben die Pinguin-Kolonie zu besuchen, dann finden Sie dazu weitere Informationen unter dem Blogbeitrag „Vorfahrt gewähren und die Kamera bereit halten“.

Sollte der Tag schon fortgeschritten sein und Sie diesen ganz entspannt in maritimer Atmosphäre mit toller Aussicht in die Fals Bay ausklingen lassen wollen, dann empfehle ich nach Kalk Bay ins Harbour House zu fahren. Das Restaurant liegt inmitten des kleinen Fischereihafens und ein Parkplatz ist direkt vor der Tür. Eine Reservierung ist erforderlich, um einen der begehrten Tische am Fenster zu bekommen. Die Bar auf der Terrasse ist nicht nur herrlich romantisch, sondern gewährt auch einen schönen Blick auf den kleinen idyllischen Ort, der sich zwischen Berge und Meer entlang der Küstenstraße ausbreitet. Genießen Sie diese Stimmung bei einem Aperitif und freuen Sie sich auf kreativ zubereitete Gerichte.

Baboons Simon's Town

Vorfahrt gewähren und die Kamera bereit halten

Tierisches Spektakel kurz hinter Simon’s Town

Die nicht zu übersehenden Schilder mit der Aufschrift “Be aware of the baboons” begegnen einem auf der Kap-Halbinsel an mehreren Stellen – mit gutem Grund. Denn hier leben zahlreiche Paviane, die durch die Gegend streifen. Und so sieht‘s dann aus, wenn eine Pavianfamilie in Richtung Kap der Guten Hoffnung spaziert. Dank der begleitenden Ranger ist hier alles im Griff. Nur sollte man stets Vorsicht und Abstand walten lassen, denn es kommen immer wieder Übergriffe auf Touristen vor. Es ist daher klug, die Fenster und Türen geschlossen zu halten und die unter Naturschutz stehenden Paviane ihres Weges ziehen zu lassen. Und sollte dann doch der eine oder andere Tourist meinen, diese Tiere füttern zu müssen oder sonstige Aktionen mit ihnen zu veranstalten, dann greifen Sie bitte beherzt ein und verweisen auf die Folgen dieses Handelns. Denn die Paviane passen sich einfach nur an. Sie sind sehr clevere Tiere und gute Beobachter. Und so gehen leider die Angriffe der Paviane zumeist auf ursprüngliches Fehlverhalten der Menschen zurück.

Die kleinen Bewohner von Boulder’s Beach

In keinem Kapstadt-Pinguine am Bolders BeachReiseführer fehlen die Fotos der kleinen Brillenpinguine von Boulder’s Beach. Und es ist immer wieder ein heiteres Erlebnis, diese Pinguine in ihrer Felskolonie zu besuchen und die Kleinen zu beobachten, wie sie da herumwatscheln, brüten oder ihre Nachkommen versorgen, ein entspanntes Bad im Ozean nehmen und dabei stets einen Blick auf ihre Brut haben. Um diese ca. 2.500 Pinguine, mit wachsender Tendenz, erleben zu können, ohne zu sehr in deren natürliche Lebenswelt einzugreifen, führt ein Steg entlang der Felslandschaft. Er ermöglicht den Besuchern einen beeindruckenden Einblick in das Leben dieser Pinguinkolonie und schützt zugleich die Tiere weitestgehend vor der Außenwelt.

Bei so viel Erlebnis schleicht sich dann auch ganz bald der Appetit für einen Snack zwischendurch ein. Und wer dabei ganz entspannt auf das Meer blicken und sich mit köstlichem Seafood verwöhnen lassen möchte, der sollte nur wenige Minuten entfernt im Black Marlin haltmachen. Mit etwas Glück kann man hier von Juli bis November zudem in der False Bay Wale beobachten, die sich nahe der Küste tummeln.

 

Foto Boulder’s Beach / Neil Bradfield / shutterstock