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Einst geachtet – heute vom Sockel gestoßen …

Die Geschichte Südafrikas ist geprägt von grausamen Kämpfen, zeitweiligen Eroberungen, verheerenden Vernichtungen und blühendem Aufbau und zugleich von leidenschaftlichen und ambitionierten Menschen, die mit ihrer Lebensleistung Geschichte geschrieben haben – mit unterschiedlichen Zielen, Ausprägungen und Folgen. Eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts war zweifellos ein junger kränkelnder Engländer, der es im Laufe seines kurzen Lebens nicht nur zu immensen Reichtum brachte, sondern mit seinem imperialen Anspruchsdenken ein führender Akteur im Wettlauf um Afrika wurde. Es ging damals um nichts weniger, als um die koloniale Vorherrschaft des afrikanischen Kontinents. Seine Vision war ein „britisches Afrika“ vom Kap bis nach Kairo – ein Gedankengut der damaligen Zeit.

… Cecil John Rhodes.

Als 17-Jähriger kam Cecil 1870 nach Südafrika in der Hoffnung, seine Tuberkulose dort ausheilen zu können. Kurze Zeit später brach der Diamantenrausch in Kimberley aus, den er für sich mit Glück und Geschick zu nutzen wusste. Zehn Jahre später, mit dem Erwerb der Minenrechte am Big Hole von Kimberley setzte er den Grundstein seines gigantischen Firmenimperiums und gründete gemeinsam mit seinem Partner Charles Rudd die De Beers Mining Company. Wenige Jahre später kaufte er mehrere Goldminen am Witwatersrand in Transvaal auf, die ihm weiteren unermesslichen Reichtum brachten. Damit einhergehend war ein politisches Engagement seinerzeit geradezu eine verpflichtende Aufgabe, die Cecil Rhodes mit Leidenschaft für das British Empire übernahm. Zunächst ist er Mitglied des Parlaments der Kapkolonie, bevor er 1890 Premierminister wird. Parallel zu seinem politischen Engagement gründete er die British South Africa Company, ein britisches Wirtschaftsunternehmen, das Gebiete des heutigen Simbabwe und Sambia erschloss und verwaltete, die seinerzeit nach ihm benannt Süd- und Nordrhodesien hießen. Er war es auch, der damals die Eisenbahnbrücke über den Sambesi an den Viktoria-Wasserfällen initiierte, um die wirtschaftliche Anbindung zu Südafrika zu ermöglichen. Ein Visionär und Macher seiner Zeit. Er starb mit 48 Jahren am 26. März 1902 in seinem Ferienhaus in St. James in der False Bay und wurde in Simbabwe auf einem Granithügel, einem heiligen Ort des Ndebele-Volkes, in den Matopos Hills bei Bulawayo bestattet.

Einen Großteil seines Vermögens vererbte Cecil Rhodes an die Universität Oxford. Testamentarisch hat er verfügt, dass die Stipendien dazu beitragen sollen, dass Führungskräfte, die bereit waren, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen, für ihre Aufgaben durch die akademische Ausbildung in Oxford und den Austausch miteinander in besonderer Weise vorbereitet und motiviert werden sollen. Die Liste der erfolgreichen Stipendiaten ist lang: Howard Florey, der das Antibiotikum Penicillin für die Massenproduktion tauglich machte, Staatsmänner wie Bill Clinton und Richard von Weizsäcker, Schauspieler und Künstler wie Kris Kristoffersen u.v.a.m. Das Rhodes-Stipendium, das seit 1903 Hochbegabte nach Oxford führt, ist legendär und umfasst ein Graduiertenstudium – Master oder Promotion – mit Übernahme sämtlicher Kosten.

Cecil Rhodes schenkte zudem seine Grundstücke unterhalb des Devil’s Peak der Stadt Kapstadt, die dort später die Universität errichtete, weshalb seit 1934 seine Statue auf dem Campus steht. Dieses Denkmal musste nun im April 2015 von der Universitätsleitung aufgrund massiver Studentenproteste entfernt werden. Ausgerechnet ein südafrikanischer Rhodes-Stipendiat, Ntokozo Qwabe, brachte die „Rhodes-Must-Fall“-Kampagne von Kapstadt nach Oxford und löste dort ebenfalls hitzige Diskussionen aus, die dazu führten, dass das Oriel-College bis zum Sommer entscheiden will, ob die dortige Statue von Cecil Rhodes verbleiben oder entfernt werden soll und wie sie mit dem Andenken ihres größten Stifters zukünftig umgehen wird.

Zu Ehren von Cecil Rhodes wurde 1912 auf seinem ehemaligen Anwesen am Osthang des Devil’s Peak das imposante, aus Granit des Tafelbergs erbaute, Rhodes Memorial errichtet. Für Cecil Rhodes ein besonderer Ort wie seine Freunde sagten, an dem er gerne saß, vielleicht über sein Leben sinnierte und Kraft tankte. Eine Reiterstatue unterhalb der Treppe blickt nach Norden, in die Richtung, in die Rhodes das britische Empire vergrößern wollte. Bereits die Anfahrt dort hinauf lässt unmittelbar das städtische Geschehen verklingen und der schattige Weg, der durch Pinienwälder führt, kündigt die Ruhe und die Beschaulichkeit dieses Ortes an. Hinter dem Rhodes Memorial befindet sich ein großer Parkplatz, von wo aus in wenigen Minuten das Denkmal zu erreichen ist. Ein grandioser Blick auf die Cape Flats eröffnet sich einem und mit etwas Glück lassen sich Antilopen, Mungos und Bergziegen, genauer gesagt Himalaya-Tahre, beobachten. Vom Rhodes Memorial Restaurant & Tea Garden aus können Sie dieses Panorama in einer idyllischen Atmosphäre genießen. Um einen Platz direkt an der Brüstung mit freiem Blick zu erhalten, ist jedoch eine Reservierung sinnvoll.

Eine kleine Wanderung zur Woodstock Cave

Vom Parkplatz aus führt ein teilweise sehr steiniger Weg zur Woodstock Cave, eine Höhle oder eigentlich eher ein Überhang auf halber Höhe zum Devil’s Peak mit einer Breite von 50 Metern, einer Tiefe von 15 Metern und einer Höhe von 4 Metern. Die etwa einstündige Wanderung ist nicht besonders anstrengend, allerdings sind Wanderschuhe oder festes Schuhwerk ratsam. Der Wanderpfad ist gut ausgeschildert. Erst führt er zum „Kings Blockhouse“, von dort geht es weiter Richtung „Kapstadt“ bis man eine Ruine erreicht, über der die Höhle zu sehen ist. Die Belohnung für den kleinen Aufstieg ist ein fantastischer Blick auf Kapstadt, den Lions Head und in die Table Bay.

Wilde Küsten und traumhafte Sandstrände.

Die wilde Schönheit des Westkaps ist geprägt von kilometerlangen Sandstränden, abgeschiedenen Buchten und unberührter Natur. Wild und ungestüm zeigt sich auch der Atlantik rund um Kapstadt mit Wassertemperaturen um die 16 Grad. Also nur etwas für hartgesottene Schwimmer und jene, die mit Neoprenanzügen und Boards das Spiel mit den Wellen aufnehmen. Wenn dann zudem der South Easter Wind bläst, bringt dieser eine weitere stürmische Note in das maritime Geschehen. Von September bis März liegt das südafrikanische Küstengebiet im Einflussbereich ausgedehnter Hochs, die diesen südöstlichen Sommerwind, bekannt als „Cape Doctor“, erzeugen. Wenn der warme South Easter in die City Bowl weht, bilden sich in kühleren Höhen Wolken, die sich wie ein „Tischtuch“ um den Tafelberg schmiegen. Dabei reinigt er nicht nur die Stadtluft und bringt angenehme Abkühlung, weshalb er auch den Spitznamen „Cape Doctor“ erhielt, sondern er schafft zudem ideale Bedingungen für die Kite Surfer. Die lieben es, wenn der starke South Easter die Wellen meterhoch an den Strand peitscht und sie dann mit halsbrecherischen Sprüngen über die Wellenkämme fliegen lässt. Für die Strandbesucher stets ein faszinierendes Schauspiel, das sie mit Bewunderung verfolgen.

Wenn Sie jedoch weniger diese sportlichen Herausforderungen auf dem Meer suchen, sondern lieber ausgiebige Strandspaziergänge unternehmen oder einfach nur entspannt ein Sonnenbad nehmen möchten, dann haben Sie die Wahl zwischen trendigen Strandpromenaden, kilometerlangen Traumständen und abgelegenen Buchten, in die sich nur wenige Touristen verirren.

Auch wenn die vier Strände in Clifton vom Wind geschützte Buchten sind, in denen sich die “Reichen und Schönen“ tummeln, da sich ihre Strandhäuser gleich in unmittelbarer Nähe befinden, und auch wenn der von luxuriösen Villen umgebene Strand von Llandudno gerne als Geheimtipp bewertet wird, so ist mein Favorit der Strand von Camps Bay. Nicht nur weil er den größeren Blick auf die Küste entlang der Gebirgskette der Zwölf Apostel freigibt, sondern vor allem wegen seiner relaxten Cafés und Restaurants entlang der Victoria Road. Hier lässt es sich angenehm abhängen und beobachten. Ein beliebter und kultivierter Zeitvertreib für alle, die sich gerne und immer wieder auf diesen Ort einlassen. Die legere Lebensart wirkt hier nicht aufgesetzt oder überzogen, sondern kommt ganz natürlich daher mit einer ungemein lebendigen, ausgelassenen und fröhlichen Art, wie sie den Capetonians so eigen ist. Niemand scheint sich besonders „wichtig“ zu nehmen und irgendwie schwebt über der ganzen Atmosphäre eine Art heitere Gelassenheit des Augenblicks.

Blick vom Bloubergstrand auf die Silhouette von KapstadtWer jedoch lange und ausgiebige Strandspaziergänge unternehmen möchte, ohne dabei entlang zahlreich liegender Sonnenhungriger zu wandern, der ist am Bloubergstrand und am Long Beach von Noordhoek richtig. Dort erwarten Sie kilometerlange weiße Sandstrände von Dünen begleitet, meist mit einer steifen Brise vom Meer und mit atemberaubender Sicht. Vom späten Nachmittag bis Sonnenuntergang lässt sich bei klarer Sicht die majestätische Silhouette Kapstadts in dem sich langsam verändernden Tageslicht von Bloubergstrand aus am ergreifendsten erleben. Dann erscheinen Tafelberg, Lion’s Head und Devil’s Peak langsam in einem bläulichen Dunst, weshalb Bloubergstrand auch seinen Namen erhielt. Es ist Sundowner-Zeit. Entweder ganz leger im Ons Huisie, einer urigen Strandkneipe oder etwas anspruchsvoller im Restaurant On The Rocks mit dem sicherlich besten Blick, wenn Sie einen Tisch am Fenster buchen.

Fernab von der Zivilisation fühlt man sich am Long Beach von Noordhoek. Ein überwältigender Küstenabschnitt, der sich acht Kilometer lang bis nach Kommetje erstreckt. Hier wird man schnell eins mit der unberührten Natur, dem gewaltigen Meer – Schwimmen ist an diesem Strand aufgrund der starken Strömungen nicht zu empfehlen – und des beinahe menschenleeren Strandes. Auf halber Strecke liegen die Überreste des Schiffwracks „Kakapo“, das 1900 auf dem Weg nach Australien dort gestrandet ist und heute als fotogene Kulisse dient.

Die False Bay mit ihrem historischen Charme.

Etwas urbaner und wärmer hinsichtlich der Wassertemperaturen geht es auf der anderen Seite der Kaphalbinsel in der False Bay zu. Die bunten Holzbadehäuschen von Muizenberg fehlen in keinem Kapstadt-Reiseführer und sie wirken geradezu idyllisch und wie aus einer anderen Zeit, wie sie da so am Strand aufgereiht stehen. Und doch täuscht diese Idylle. Denn in der False Bay lebt eine große Population an Weißen Haien, die es gilt zu schützen. Jedoch für den Tourismus viel wichtiger noch gilt es, die Badegäste vor den Haien zu schützen. Dafür wurde in den letzten Jahren Verschiedenes unternommen, was dazu führte, dass es nur wenige Haiunfälle gab. Neben den bewährten Shark Spotters, die tagsüber Ausschau nach Haien halten und bei Gefahrenlage ihre Kollegen am Strand informieren, die wiederum eine Sirene auslösen und am Strand eine schwarze Flagge mit einem weißen Hai hissen – will heißen: „Hai gesichtet“, wurden in den letzten Jahren zwei weitere hilfreiche Schutzsysteme eingerichtet. Zum einen wird im Meer ein mehrere Hundert Meter langes Netz parallel zum Strand gespannt, das täglich vor Sonnenuntergang wieder eingeholt wird, um die ökologischen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, zum anderen wird ein elektrischer Zaun getestet, der niederfrequente elektrische Impulse abgibt und die Haie abschrecken soll. Was immer sich langfristig bewähren mag, meine Devise dazu: „Schwimmen im Pool ist so viel entspannter!“

Diaz Beach am Kap der Guten HoffnungWer gerne stundenlang in pittoresker Umgebung aufs Meer blicken und dabei von möglichst wenig Strandbesuchern „gestört“ werden möchte, der findet auf der Kaphalbinsel abgeschiedene Buchten und unberührte Naturstrände. Von Cape Point aus ist der malerische schneeweiße Diaz Beach in seiner ganzen Schönheit zu sehen. Nach gut 250 Stufen abwärts haben Sie diesen dann erreicht und können in der Geräuschkulisse der Brandung die Zeit verstreichen lassen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel liegt die Buffels Bay in beschaulicher Stimmung mit einem eigenen Gezeitenpool, der einlädt für ein Picknick zu verweilen.

Red Bull King of the Air 2017

Die weltweit besten Kite Surfer treffen sich jährlich am Bloubergstrand zum „Red Bull King of the Air“. Da dieser Wettkampf die idealsten Windverhältnisse benötigt, haben die Veranstalter entschieden, diesen Event am windstärksten Tag in der Zeit von Samstag, 21. Januar, bis Sonntag, 5. Februar 2017, auszutragen. Sollten Sie während dieser Zeit in Kapstadt sind, dann lassen Sie sich diesen faszinierenden Event nicht entgehen.

Auf Pirschfahrt zu den Big Five.

Wie intensiv möchten Sie in die afrikanische Wildnis eintauchen und wie viel Zeit bringen Sie mit? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie eine Safari planen. Eines ist gewiss: Ganz gleich, ob Sie nun eine Tagestour in ein privates Wildreservat unternehmen oder für zehn Tage in die unberührte Natur des Okavango-Deltas eintauchen, die Faszination, den Wildtieren auf einer Pirschfahrt nahe zu sein, sie zu beobachten und diese atemberaubende Atmosphäre zu spüren, ist ein kaum zu beschreibendes Erlebnis, das die Welt da draußen vergessen lässt. Wer einmal dem magischen Spirit der Wildnis verfallen ist, der will ihn immer wieder aufspüren und sich einlassen auf dieses unbeschreibliche Gefühl von Weite und Freiheit. Es ist der unaufhaltsame Rhythmus der Natur, der unter die Haut geht und einen demütig werden lässt. Den Wildtieren nahe zu sein und sie in freier Wildbahn zu erleben, wird durch die Führung erfahrener Ranger zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dieses Abenteuer ist stets aufs Neue ergreifend und sollte bei keiner Afrika-Reise fehlen.

Ein Platz für Tiere

Falls Sie die Verfilmung des Lebenswerks von Professor Bernhard Grzimek gesehen haben, dann erahnen Sie, welchen visionären Grundstein er seinerzeit mit dem Schutz der Serengeti gesetzt hat und auch mit seinem Appell gegen die Massentierhaltung; dieser hat Gültigkeit bis heute! Ihm ist es zu verdanken, dass es in den 1960er Jahren ein Umdenken gab und sich afrikanische Staatspräsidenten und Menschen in Deutschland zum Schutz der Wildtiere aussprachen und Zeichen setzten.

In nur wenigen Ländern gibt es so viele Nationalparks wie in Südafrika. Der Schutz von Wildtieren hat in diesem Land eine lange Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts rief der damalige Präsident Paul Krüger ein Gebiet von rund 20.000 Quadratkilometer nordöstlich des Landes zum Schutzgebiet aus. Heute gibt es neben den großen Nationalparks eine Vielzahl privater Wildreservate, die dazu beitragen die Artenvielfalt des Landes zu erhalten und vom Aussterben bedrohte Tierarten zu schützen versuchen.

Brüllender Löwe auf InverdoornEines dieser privaten Wildreservate ist das Inverdoorn Game Reserve. Das etwa 10.000 Hektar große Schutzgebiet liegt nordöstlich von Ceres in der Kleinen Karoo und ist ca. 2 ½ Fahrtstunden von Kapstadt entfernt. Mitte der 1990er Jahre kauften Jean-Michel und Cathy Vergnaud dieses Areal und arbeiteten unermüdlich daran eine Vielzahl der einst dort lebenden Wildtiere wieder anzusiedeln. Sie waren die Ersten, die das Breitmaulnashorn, Zebras und Kudus wieder zurück in die Kleine Karoo brachten. Heute leitet ihr jüngster Sohn Damien das Reservat sowie die Iziba Safari Lodge. Mit seiner Leidenschaft für den Schutz der Wildtiere hat er zwei weitreichende Projekte initiiert und aufgebaut: Das „Cape Cheetah“ – eine Aufzuchtstation für Geparden – und das „Rhino Protect“. Die Wilderei auf Nashörnern hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und trotz intensiver staatlicher und privater Patrouillen gelingt es kaum, das brutale Abschlachten der Tiere zu verhindern. Solange in Ländern wie China und Vietnam der Irrglaube besteht, das Horn besitze medizinischen Wert, und als Wundermittel gehandelt wird, wird die Wilderei nach diesem „grauen Gold Afrikas“ nicht einzudämmen sein. Auf den globalen Schwarzmärkten kostet Nashorn mehr als Gold oder Kokain; der Preis für das illegal gehandelte Horn ist horrende und liegt bei 20.000 bis 60.000 US Dollar pro Kilogramm.

Über einen langen Zeitraum hinweg suchte daher das Inverdoorn Team nach Wegen, wie sie ihre Nashörner vor Wilderern schützen könnten. Eine der Überlegungen war eine Hornbehandlung zu entwickeln, die das Horn wertlos machen würde. Und so entstand nach intensiver Forschung ein Wirkstoff der, wenn er in das Horn injiziert wird, harmlos für das Nashorn ist, jedoch einen dreifachen Schutz mit sich bringt: Das Horn wird gefärbt, es wird ungeeignet für den menschlichen Verzehr und beinahe unmöglich, es durch den Flughafen Scanner zu schmuggeln. Die Prozedur ist schnell und schmerzlos für das Tier und das Horn wird nur im inneren Kern gefärbt, sodass die Schönheit und die Würde des Nashorns nicht beeinträchtigt werden. Eine revolutionäre Methode, die einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen die Wilderei leistet.

Der ansteckende Virus „Safari“

Safari auf InverdoornDas begeisternde Engagement für die Wildtiere, das das Team von Inverdoorn ausstrahlt, gestaltet die 1-Tages-Safari zu einem spannenden Safari-Erlebnis. Während der knapp dreistündigen Pirschfahrt führen Sie erfahrene Ranger nahe an die Wildtiere heran und erzählen informativ und kenntnisreich über Flora und Fauna. Eines der wichtigsten Utensilien, die Sie bei einer Safari dabei haben sollten, ist ein gutes Fernglas! Eine warme Jacke, Sonnenhut und festes Schuhwerk sollten ebenfalls nicht fehlen. Und wenn Sie dann infiziert wurden von diesem Virus „Safari“ und intensiver dieses Erlebnis erfahren möchten, dann gebe ich Ihnen gerne meine Erfahrungen und Kontakte zu Safari-Veranstaltern weiter, die authentische und individuelle Safaris anbieten. Wenn Sie jedoch dieser Virus bereits „befallen“ hat und Sie im Anschluss an Ihre Kapstadt-Reise eine mehrtägige Safari anhängen möchten, dann lassen Sie mich dies wissen. Gerne recherchiere und organisiere ich für Sie genau nach Ihren Vorstellungen und Wünschen.

Fotos: Inverdoorn Game Reserve

Geschichte und Geschichten einer spektakulären Küstenstraße.

Chapman's Peak DriveDer Chapman’s Peak Drive zählt zu den schönsten Küstenstraßen der Welt und seine Geschichte ist reich an kuriosen Erzählungen und folgenschweren Geschehnissen. Gebaut wurde diese neun Kilometer lange Straße mit ihren 114 Kurven zwischen 1915 und 1922 und verbindet auf der Kap-Halbinsel die Orte Hout Bay und Noordhoek. Entlang der Strecke bieten zahlreiche Haltebuchten atemberaubende Aussichten auf die Atlantikküste mit fantastischen Fotomotiven. Einst war die Fahrt über den Chapman’s Peak jedoch nicht ungefährlich, denn sowohl herabfallende Felsbrocken als auch eine regennasse Fahrbahn führten immer wieder zu schweren Unfällen. Als im Januar 2000 dreißig Prozent der Strecke verschüttet wurden, musste die Straße gesperrt werden. Aus Kostengründen wurde die Straße anschließend an ein privates Konsortium verpachtet, das entlang der Strecke riesige Fangnetze für herabfallendes Gestein anbrachte und an zwei besonders gefährlichen Stellen Tunnelanlagen in den Fels hinein schlug. Zur Amortisierung dieser Sanierungskosten fallen Mautgebühren für eine einfache Fahrt von derzeit 38 Rand an.

chapman's peak driveAls im Jahr 2002 im Rahmen einer gigantischen Küsten-Reinigungs-Aktion unterhalb des Chapman’s Peak Drive ein Helikopter 22 Autowracks aus dem Ozean barg, kam die Erinnerung an ein lange zurückliegendes Ereignis wieder auf, das im Oktober 1988 geschah. Ein irischer Geschäftsmann verlor damals auf dem Drive die Kontrolle über seinen Mercedes Benz, wurde aus der Kurve geschleudert und stürzte hundert Meter in die Tiefe. Jedoch wie durch ein Wunder hatte er den Unfall nicht nur überlebt, sondern er kletterte auch beinahe ohne Kratzer aus dem Unfallfahrzeug. Mercedes hörte von der Geschichte und war so beindruckt von den Sicherheitsfunktionen und der Stabilität ihrer Fahrzeuge, dass sie beschlossen, darauf einen TV-Werbespot aufzubauen. Für die Filmproduktion ließen sie einen Mercedes exakt an der gleichen Stelle die Klippen hinab stürzen und stellten nach, wie der Fahrer anschließend unbeschadet aus dem Fahrzeug stieg, begleitet von der nüchternen Erklärung des Off Sprechers: „… er überlebte, weil er einen Sicherheitsgurt trug und einen Mercedes Benz fuhr.“

BMW Südafrika wurde auf den Spot aufmerksam und ahmte ihn genial nach. Und so kam es, dass aus dieser Werbekampagne ein legendärer Werbekrieg zwischen Mercedes und BMW entflammte. BMW zeigte eine Woche später einen TV-Spot, in dem ein BMW die gleiche Strecke entlang fuhr und an der Stelle, wo der Mercedes die Kontrolle verlor und über die Brüstung stürzte, reagierte der BMW souverän, blieb auf der Fahrbahn und der Fahrer fuhr gelassen weiter. Dazu die Off Stimme mit schelmischem Unterton: „Doesn’t it make sense to drive a luxury sedan … (Pause) that beats the bends (Benz)?“ Sie werden es ahnen: Die Anzeige musste nach gut einer Woche aus der Schaltung genommen werden wegen des Verstoßes vergleichender Werbung. Die beiden Spots führen jedoch auf Youtube immer noch zum Schmunzeln.

Heute ist der ChapmaNoordhoek Beachn’s Peak Drive weitestgehend sicher zu befahren, solange der Fahrer sein Augenmerk auf der Fahrbahn belässt und nur von den vielen Aussichtspunkten aus die spektakulären Ausblicke genießt. Auf der Fahrt hinunter nach Noordhoek eröffnet sich Ihnen die atemberaubende Sicht auf den acht Kilometer langen Strand, der bis nach Kommetje reicht. Der feine, weiße Sand und die herrliche Szenerie von Dünen, Wetlands und der Bergkette im Hintergrund laden zu einem ausgiebigen Strandspaziergang geradezu ein. Oder haben Sie Lust, den Strand auf dem Rücken eines Pferdes zu erkunden? Bei Sleepy Hollow Horse Riding können Sie Ihren Ausritt buchen.

Für kulinarische Erlebnisse sorgt Franck Dangereux im THE FOODBARN. Das Restaurant & Deli befindet sich im Noordhoek Farm Village, das über die Village Lane zu erreichen ist. In einer alten Scheune werden in legerer und gemütlicher Atmosphäre köstliche Speisen serviert, in denen Franck mediterrane, asiatische und indische Einflüsse wunderbar kombiniert. Aber vor allen Dingen bereitet er seine Gerichte mit „Liebe, Respekt, Wissen und nochmals Liebe“ zu. Er hat einfach Freude und Spaß bei dem, was er tut und das spürt der Gast in vielen Facetten. In der Wintersaison von Mai bis Oktober können Sie ihn dabei persönlich in der Küche erleben. Die Kochvorführungen beginnen in 2016 am Freitag, den 21. August, ab 12:00 Uhr. Die Teilnahme ist auf +/- 30 Gäste reduziert. Also unbedingt anmelden, wenn Sie bei diesem köstlichen Event mit dabei sein möchten.

Fotos: scenic Chapman’s Peak Drive: Shutterstock, David Steele; vertikal Chapman’s Peak Drive: Shutterstock, Neil Bradfield

Das Kap der Stürme.

So taufte Bartolomeu Kap der Guten HoffnungDiaz die Südspitze Afrikas, die er in geheimer Mission auf der Suche nach einem Seeweg von Europa nach Asien 1488 entdeckte. Das Kap sollte sein Schicksal werden. Zwölf Jahre später ging sein Schiff in der Nähe des Kaps im Sturm unter und er starb mit der gesamten Besatzung den Seemannstod. Das „Diaz Cross“ auf der Kap-Halbinsel erinnert an seine Entdeckung. Das „Kap der Stürme“ wurde von Seefahrern jahrhundertelang mit größtem Respekt behandelt. Zahlreiche Schiffwracks entlang der Küste zeugen von der Gefahr, die von starken Winden und heftigen Strömungen, aber auch von der Felsenlandschaft unter Wasser ausgeht und auch heute noch Schiffe in Seenot bringen kann. Die Portugiesen benannten das Kap bald in Kap der Guten Hoffnung um, in der Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Fernen Osten – und zudem klingt es ja auch verlockender für all jene, die sich seinerzeit auf die lange und beschwerliche Passage begaben.

Buntbock am Kap der Guten HoffnungWeit weniger stürmisch sondern eher geruhsam geht es auf dem Festland zu. Wenn Sie durch das Eingangstor zum Cape of Good Hope Nature Reserve fahren, eröffnet sich Ihnen unmittelbar eine weite Busch- und Felsenlandschaft. Auf dem Hauptweg nach Cape Point gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Die kleinen Nebenwege, die Sie tief in die artenreiche und einzigartige Flora und Fauna des Reservats hineinführen, ermöglichen in vielen Teilabschnitten nur ein langsames Vorwärtskommen. Es sind jedoch nicht alleine die etwas holprigen Straßen, die das Fahren verlangsamen, sondern es ist die grandiose und unberührte Landschaft mit ihrer vielfältigen Fynbos- und Protea-Vegetation, den immer wieder atemberaubenden Ausblicken auf die abgelegenen Buchten und die faszinierende Tierwelt, die einem – bei wachem Auge – überall begegnet und einen veranlasst anzuhalten und zu beobachten. Seien es Pavian-Familien, die den Weg kreuzen und sich dabei viel Zeit lassen ihre Jungen nachkommen zu lassen oder Buntböcke, die in völliger Ruhe Blätter aus den Büschen rupfen. Auch Strauße beeindrucken, wie sie mit ihren großen Augen die Besucher erst skeptisch beobachten, um dann wieder unbeeindruckt weiterzugrasen.

Leuchtturm am Cape PointDie Hauptattraktion am Kap – der Leuchtturm von Cape Point – ist der Ort, wo Sie auf die meisten Touristen treffen werden. Es lohnt sich daher etwas früher am Tag den fantastischen Ausblick von dort oben zu genießen, um dann bei der nächsten Attraktion am Kap der Guten Hoffnung das obligatorische Erinnerungsfoto zu schießen. Nach diesen beiden „must-see“-Orten werden Sie auf den Seitenwegen zur False Bay oder zum Atlantischen Ozean nur mehr wenigen Besuchern begegnen. Mit dem Eintrittsticket zum Cape of Good Hope Nature Reserve erhalten Sie eine Karte, auf der die einzelnen Wege mit ihren Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Nehmen Sie sich Zeit für eine Wanderung, z. B. entlang des Shipwreck-Trails am Olifantsbos, ein Rundweg, der Sie zu den Überresten zweier Wracks führt und ca. 90 Minuten dauert. Oder zum windgeschützten Strand von Buffels Bay mit einem Gezeitenpool und Picknickplätzen. Auf den umliegenden Grasflächen können oft Buntböcke gesichtet werden. Sie sollten daher bei diesem Trip ein Fernglas mitnehmen und Windjacke und festes Schuhwerk nicht vergessen.

Ein genussvoller Ausklang des Tages

Wenn Sie den Rückweg über Simon’s Town nehmen und noch Lust haben die Pinguin-Kolonie zu besuchen, dann finden Sie dazu weitere Informationen unter dem Blogbeitrag „Vorfahrt gewähren und die Kamera bereit halten“.

Sollte der Tag schon fortgeschritten sein und Sie diesen ganz entspannt in maritimer Atmosphäre mit toller Aussicht in die Fals Bay ausklingen lassen wollen, dann empfehle ich nach Kalk Bay ins Harbour House zu fahren. Das Restaurant liegt inmitten des kleinen Fischereihafens und ein Parkplatz ist direkt vor der Tür. Eine Reservierung ist erforderlich, um einen der begehrten Tische am Fenster zu bekommen. Die Bar auf der Terrasse ist nicht nur herrlich romantisch, sondern gewährt auch einen schönen Blick auf den kleinen idyllischen Ort, der sich zwischen Berge und Meer entlang der Küstenstraße ausbreitet. Genießen Sie diese Stimmung bei einem Aperitif und freuen Sie sich auf kreativ zubereitete Gerichte.

Schauplatz der Geschichte.

Teich im Company's GardenWenn Sie vor sich den majestätischen Tafelberg und neben sich die modernen Hochhäuser der City sehen und zugleich umgeben sind von einer prächtigen Parkanlage und einer Vielzahl herumflitzender Eichhörnchen, dann befinden Sie sich hier: im Company’s Garden – im Herzen von Kapstadt. Das geschäftige Treiben der Adderly Street bleibt ausgesperrt und auch die Besucher des Parks verlieren sich auf zahlreichen Wegen und lauschigen Bänken. Ob Sie nur für einen kurzen Spaziergang hier herkommen oder diesen idyllischen Stadtgarten ausgiebig durchstreifen oder einfach nur für eine längere Weile das Geschehen von einer Parkbank aus auf sich wirken lassen, die friedliche Atmosphäre lässt Sie leicht die Zeit vergessen und besitzt entschleunigende Kräfte.

Einst wurde hier von der Dutch East India Company Obst und Gemüse angebaut, um deren Schiffe ab 1653 auf dem Weg von Holland nach Indien mit frischem Proviant zu versorgen. Jan van Riebeeck, der erste Verwalter des Kaps und verantwortlich für diese Gartenanlage, lies seinerzeit eine Pyrus communis (Kultur-Birne) pflanzen, die zu den ältesten kultivierten Bäumen in Südafrika zählt. Respektvoll eingezäunt ist dieser, über 360 Jahre alte Baum nahe des Company’s Garden Restaurant, zu bestaunen. Als eines der WDC14-Projekte (World Design Capital – Kapstadt wurde 2014 zur Weltdesignhauptstadt erkoren) wurde der ursprüngliche Gemüsegarten nach historischen Aufzeichnungen wieder errichtet.

Museumsgebäude im Company's GardenIm Company’s Garden werden Geschichte und Zeitgeschehen hinter repräsentativen Mauern lebendig. Entlang der Government Avenue befindet sich das Iziko South African Museum, in dem vom 01.06.2015 bis 30.09.2016 die Sonderausstellung „Tata Madiba: Father of our Democracy, Father of our Nation“ gezeigt wird. Diese Ausstellung ehrt das Erbe von Nelson Mandela und zeigt sein Lebenswerk als Kämpfer gegen die Apartheid und als Verfechter des sozialen Zusammenhalts. Einige hundert Meter entfernt befindet sich die South African National Gallery, in der südafrikanische, afrikanische und europäische Kunst ausgestellt wird und vor deren Eingangsbereich oftmals lokale Künstler ihre Werke präsentieren.

Kultur-Highlight am 10. März 2016

Am Donnerstag, den 10. März 2016, von 17:00 h bis 21:00 h, findet im Company’s Garden die zweite MUSEUM NIGHT statt, an der neben den beiden oben genannten Museen auch das South African Jewish Museum, das Iziko Planetarium, die Iziko Slave Lodge und das Iziko Old Town House ihre Pforten für die Besucher öffnen. Wenn Sie an diesem Tag in der Stadt sind, dann sollten Sie sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Webernest von Porky HeferDas im November 2014 neu eröffnete Company’s Garden Restaurant gewährt eine inspirierende Atmosphäre, um sich auf die Museumsnacht einzustimmen. Die Speisekarte bietet neben kleinen Snacks auch südafrikanische Spezialitäten wie Bobotie und Karoo Lamm und eine gute Auswahl an südafrikanischen Weinen. Ganz entspannt abhängen kann man in den übergroßen Webernester-Kreationen von Porky Hefer. Seine Interpretationen und Gestaltungen von gemütlichen Nestern aus Leder möchte man gerne ins eigene Heim hängen.

DORNIER – Kunst, Vision und Zeitgeist.

Ein kulinarischer Ausflug nach Stellenbosch.

Mit dem Namen Dornier verbindet man in erster Linie Flugzeugbau und deutsche Ingenieurskunst. Dass dieser Name heute auch in der Weinindustrie bekannt ist, verdankt er Christoph Dornier, dem jüngsten Sohn des legendären Luftfahrtpioniers Claude Dornier. Christoph Dornier (1938 – 2008) ging bereits in jungen Jahren seinen eigenen und individuellen Weg und erlangte als renommierter Künstler und Mäzen großes Ansehen. Er war oft seiner Zeit voraus und so gründete er in den achtziger Jahren eine Stiftung für Klinische Psychologie mit Instituten an mehreren Universitäten in Deutschland. In den neunziger Jahren zog es ihn nach Stellenbosch, wo er mit Dornier Wines begann. In dieser Zeit des politischen Umbruchs erkannte er die große Chance und das Potential Südafrikas. Das war jedoch nicht der einzige Grund, weshalb er dieses Weingut aufbaute. Denn vor allem liebte er als Schöngeist, Lebenskünstler und Philosoph die Mystik, die Symbolik und die Schönheit des Weins.

Dornier WeinkellerChristoph Dornier hatte nicht nur eine Leidenschaft für Kunst, Kultur und Wein, sondern auch für Architektur. Dies spiegelt sich in seinem Vermächtnis – dem Dornier Weinkeller – wider, ein architektonisches Highlight des 21. Jahrhunderts, das gegenüber dem Bodega Restaurant, einem historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, errichtet wurde. Bei der Planung dachte der „Künstler“ wohl an eine Skulptur und der „Weinmacher“ an eine funktionale Produktionsstätte. Beides in einem vereint steht jetzt eindrucksvoll inszeniert und von den Stellenboscher Bergen dramatisch eingerahmt für den Besucher bereit. Soviel zur Geschichte von Dornier Wines, auch wenn nur in kurzen Zügen dargestellt. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erklären, weshalb ich von den zahlreichen und exzellenten Weingütern der Kapregion ausgerechnet mit Dornier beginne: Es sind nostalgische Gründe. Denn mein erster bewusster Weingenuss mit einem Pinotage begann mit einem Dornier Pinotage, der bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Wo? In dem hervorragendem Restaurant FIVE FLIES in Kapstadt, das leider im April 2014 seine Tore schloss. Und nun zurück zur Gegenwart!

Am letzten Samstag haben meine Gäste und ich den Stellenbosch Slow Food Market besucht. Ein erlebnisreicher und auch kurioser Markt. Denn neben allerlei Schnickschnack und lokaler Kunst-Kuriositäten gab es vor allem hervorragende regionale Lebensmittel, Früchte und Gemüse sowie hausgemachte Spezialitäten und die meisten auch zum Probieren. Ein Gaumenschmaus der besonderen Art. Vor allem, wenn man auf Schwarzwälder Kirsch Torte stößt oder Bienenstich – beides köstliche südafrikanische Kreationen basierend auf deutschen Rezepten. Und doch haben uns die regionalen Spezialitäten wie die Boerewors in verschiedenen Gewürzmischungen, Biltong – luftgetrocknetes Fleisch vom Rind und Wild – und die Vielzahl an selbstgemachten Chutneys mehr begeistert. Eines davon, ein Rote Beete Chutney aus der Karoo, war dann Begleiter des abendlichen Braais, den wir auf der Terrasse der Villa veranstaltet haben.

Leda und der Schwan - Gemälde in der Dornier BodegaMit diesen kulinarischen Eindrücken versehen fuhren wir zum Dornier Wine Estate zum Winetasting. Natürlich hat uns erst einmal die beeindruckende Architektur des Weinkellers und der Bodega fasziniert und die umrahmenden Berge, die das ganze Anwesen irgendwie zu beschützen schienen. Die heimelige Atmosphäre der Bodega wurde dabei beherrscht von dem faszinierenden Gemälde des einstigen Hausherrn Christoph Dornier. Dieses Gemälde wurde inspiriert von der griechischen Mythologie und der Geschichte von Leda und dem Schwan. Die Geschichte von Leidenschaft und Verführung ist ein Spiegelbild der zwei Naturen, die Verwandlung von Mensch zu Tier. Christoph Dornier liebte diese Mythologie. Die Verführung Ledas durch Zeus, verwandelt als Schwan, wird daher im Dornier Logo durch den Kopf Ledas und die zwei Schwanenköpfe symbolisiert.

Back to reality und zu hervorragenden Weinen von Dornier Wines. Es war ein herrlich sonniger Tag und der Wind hielt sich in Grenzen, weshalb wir uns entschieden, das Winetasting im Freien zu erleben. Als uns Samira mit dem Angebot vertraut machte war bald klar, sie ist eine Weinexpertin und Meisterin ihres Faches – nur – ist da nicht so ein kleiner vertrauter Akzent? Ja, sie stammt aus einer deutschen Winzerfamilie und verbringt gerade ihr Praktikum als Studentin für Weinbetriebswirtschaft hier auf dem Weingut. Und so erlebten wir eine intensive und erlebnisreiche Einführung in die Weine von Dornier Wines und nebenbei informierte uns Samira über die Weinerzeugung, deren Herausforderung beim Blending, also dem Verfeinern von Weinen, und so manchen interessanten Geschichten der Weinerzeugung am Kap und insbesondere bei Dornier. Dabei berichtete sie mit Begeisterung von den herausragenden Leistungen der gerade 32-jährigen Jeanine Craven, die seit März 2012 Kellermeisterin bei Dornier ist und neue Ideen und internationale Ansprüche in ihre Weinkreationen einfließen lässt. Da ich keine Weinexpertin, sondern nur Weingenießerin bin, kann ich natürlich keine professionelle Bewertung abgeben. Nur soviel zu dem Ergebnis unseres Winetastings: Wir waren einheitlich der Meinung, dass der 2014 Cocoa Hill Rosé für den heutigen Abend der perfekte Begleiter für unseren Braai sein wird.

Mehr Informationen zu den Weinen von Dornier erhalten Sie auf der Dornier Homepage.

Kirstenbosch auf neuem Weg erkunden.

Über den Wipfeln der Bäume entlang der Boomslang.

Was soll mir das sagen, fragt sich wahrscheinlich so mancher! Die Boomslang ist eine extrem giftige afrikanische Baumschlange, jedoch kaum bekannt, da sie aufgrund ihrer Scheu und ihres überwiegenden Aufenthalts in höherer Vegetation kaum bekannt ist. Und doch hatte sie für die Errichtung des Centenary Tree Canopy Walkway bei den Verantwortlichen des Kirstenbosch Botanic Garden den entscheidenden Einfluss gegeben. Denn dieser seit Mai 2014 neue Erkundungsweg auf Höhe der Baumwipfeln gibt den Besuchern herrliche Ausblicke auf die Gartenanlage, die umliegenden Berge sowie auf die Cape Flats und schlängelt sich gemäß der Boomslang entlang auf bis zu 12 Meter Höhe über dem Boden. Dem einen oder anderen mag dieser Fußmarsch so vorkommen, als ob er sich auf einem Schiff befinden würde, denn die Konstruktion ist so gestaltet, dass sie beweglich ist und mitschwingt und so ist man doch irgendwie froh nach ca. 130 Meter Länge wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Boomslang hier auch tatsächlich beheimatet ist. Nur, wie uns die erfahrene Führerin beruhigte, eben nicht zu sehen, da sie sehr scheu ist und daher auch keine Gefahr für die Besucher darstellt.

Kirstenbosch GardenSo wie die Erhaltung des Botanischen Gartens, so wurde auch diese Brücke alleine durch Eintrittsgelder und aus Nachlässen von Wohltätern finanziert. Und so lässt sich auch erklären, dass derzeit nur 36 Gartenarbeiter für die Pflege der riesigen Anlage von ca. 36 Hektar verantwortlich sind. Eine immense Arbeit, wenn man bedenkt, dass dieser Botanische Garten sich zur Aufgabe gemacht hat, die einheimische Pflanzenwelt von ca. 7.000 Pflanzenarten der Kapregion zu bewahren. Unter der typischen Fynbosvegetation ist dabei die südafrikanische Nationalpflanze, die Protea, in all’ ihren Ausprägungen ein begehrtes Fotoobjekt bei den Besuchern.

SunbirdNicht zu vergessen ist neben der überwältigenden Vielzahl an Flora die Fauna im Kirstenbosch Garten. Viele der nachtaktiven Tiere wie der Kap-Fuchs, das Kap-Stachelschwein oder der Wasser-Mungo sind zwar kaum zu sehen, dafür sind jedoch von den über 125 Vogelarten zahlreiche zu sichten. Die kleinen Sunbirds mit ihrem bunten Gefieder sind dabei lustig zu beobachten, wie sie den Nektar aus den Pflanzenkelchen holen und um die Blüten herumspringen. Ein Besuch im Kirstenbosch Botanic Garden, der mit seinen gut 100 Jahren zwar noch sehr jung, in seiner Gestaltung jedoch einzigartig ist, sollte bei Ihrer Südafrika-Reise nicht fehlen. Es lohnt sich, eine geführte Tour mitzumachen, denn dabei erfährt der Besucher nicht nur Wissenswertes über Flora und Fauna, sondern erhält auch historische Informationen über Menschen, die den Garten wesentlich geprägt und den heutigen Zustand ermöglicht haben. Die Führungen finden Montag bis Freitag um 10 und 14 Uhr, am Dienstag zusätzlich um 11 Uhr sowie am Samstag um 10 Uhr statt.

Sommerkonzerte 2017/18.

Die jährlichen Sommerkonzerte gehören zum berühmtesten Spektakel des Gartens. Die außergewöhnlichen Open-air-Konzerte beginnen in dieser Saison am 11. November 2017 mit Yusuf Cat Stevens und finden jeden Sonntag bis zum 1. April 2018 statt. Hier geht’s zum Konzertkalender. Wer einmal an einem der Konzerte teilnahm und mit Familie oder Freunden dabei ein gemütliches Picknick verbrachte, weiß wie vergnüglich so ein Sonntag verlaufen kann.

 

Schwindelfreier Ausblick!

Die Silhouette, die zum Markenzeichen wurde.

Der Tafelberg ist nicht nur imposantes Wahrzeichen Kapstadts, sondern zählt auch zu den modernen Sieben Weltwundern der Natur. Es scheint, als gehe seit Urzeiten eine besondere Magie von diesem Berg aus und so wundert es auch nicht, dass sich viele Mythen und Geschichten seit alters her um diesen Berg ranken. Majestätisch prägt er das Bild der Stadt und legt Zeugnis ab von der Macht der Zeit und der Erhabenheit der Natur.

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Wer sich dann daran macht zu planen, wann und auf welchem Wege er sich auf das Plateau des Tafelberges begeben möchte, der sollte zum einen das Wetter beobachten und zum anderen überlegen, welchen Grad der Schwindelfreiheit er mitbringt. Denn die Gondeln fahren nur bei klarer Sicht mit wenig Wind, weshalb es auch nicht möglich ist, Reservierungen vorzunehmen. Im Sommer sind sie von 8 bis 20 Uhr in Betrieb. Die modernen Gondeln, die von den Capetonians den Spitznamen „Fondue-Topf“ erhalten haben, drehen sich während der 1.224 m langen, 7-minütigen Auffahrt um ihre eigene Achse und gewähren herrliche Ausblicke auf die Stadt, die Hausberge des Tafelbergs und die Tafelbucht.

Sportliche, die die schwindelerregende Auffahrt nicht zwingend erleben möchten, wählen einen der ausgeschriebenen Wanderwege. Der am wenigsten anstrengende 7 km lange Pipe Track beginnt nahe dem Kloof-Nek-Kreisel und folgt den Wasserrohren – daher auch sein Name.

Welchen Weg hinauf auf das Plateau Sie auch immer wählen, oben auf dem Tafelberg angekommen werden Sie mit überwältigenden Rundblicken belohnt.

 

Foto: Tafelberg in Wolken / orangecrush / Shuttertstock

Foto: Kapstadt vom Tafelberg / Hannes Thirion / Shutterstock

Groot Constantia Museum

Constantia Weinroute

Tradition trifft Moderne und lädt ein zum Genießen und Verweilen.

An den Südhängen des Tafelberges liegt Constantia, eines der nobelsten Wohnviertel Kapstadts und zugleich älteste Weinregion in Südafrika. Neben historischen kapholländischen Herrenhäusern trifft man auf ultramoderne Architektur. Sie werden sich zurückversetzt fühlen in eine längst vergangene Zeit und zugleich zeitgenössischem Lifestyle und Design begegnen – gerade dieses Wechselspiel lässt eine beschwingte Atmosphäre des Seins entstehen. Irgendwie scheint hier die Zeit langsamer zu laufen und fordert geradezu dazu auf, sich intensiv auf sie einzulassen. So lässt sich der Besucher nur zu gerne verlocken, die edlen Tropfen zu verkosten, die auf den fünf historischen Weingütern STEENBERG, CONSTANTIA UITSIG, BUITENVERWACHTING, KLEIN CONSTANTIA und GROOT CONSTANTIA gereicht werden. Und es überrascht auch nicht, hier preisgekrönte Restaurants mit Spitzenköchen anzutreffen, die zu den Besten Südafrikas zählen. Dazu jedoch mehr in einem separaten Bericht.

Groot Constantia – eine idyllische Oase.

In diesem altehrwürdigen Weingut verbrachte Simon van der Stel, der erste Gouverneur der Kapkolonie, bis zu seinem Tod im Jahre 1712 seinen Lebensabend. Heute erinnert eine prächtige Eichenallee an ihn, die er anpflanzen ließ in der Hoffnung, mit dem Holz Weinfässer herzustellen. Da die Bäume jedoch viel zu schnell wuchsen, waren sie für den Bau von Eichenfässern nicht geeignet.

Genauso beeindruckend ist die weitläufige Parkanlage, in der sich zahlreiche Eichhörnchen tummeln und die zum Lustwandeln einlädt. Folgen Sie dem Schild mit der Aufschrift „Pool“ und lassen Sie sich überraschen. Nahe den höher gelegenen Weinhängen hat sich ein illustrer Bewohner aus früheren Zeiten einen runden Pool aus Gips und Steinen erbauen lassen, der vom griechischen Wassergott Poseidon über eine Posaune mit frischem Quellwasser gespeist wird. Und mit etwas Vorstellungsvermögen lässt sich erahnen, wie dieser von Büschen umgebene Ort einst Entspannung und Erfrischung an heißen Tagen bot.

Bevor Sie das Weingut verlassen, sollten Sie unbedingt vom Garten des Jonkershuis Restaurants einen Blick in die Ferne werfen, dorthin, wo am Horizont das Land auf das Meer trifft – eine herrliche Aussicht.