Alles zu Kunst & Kultur in Kaptstadt.

Lazy Afternoon an der V&A Waterfront.

Mit fröhlicher Hingabe und musikalischem Können unterhalten Straßenmusiker die vorbeiziehenden Besucher an der V&A Waterfront in Kapstadt. Und so mancher lauscht nicht nur einem Song, sondern lässt sich für eine längere Zeit nieder und sich hinreißen vom Charme, der Heiterkeit und der Gelassenheit der Künstler. Es sind jene unbeschwerten Tage, an denen man die Zeit für eine Weile anhalten und einfach nur jeden Augenblick in seiner Vielfalt und Schönheit intensiv einfangen und genießen möchte.

Einen ersten Überblick über das bunte Treiben, die unzähligen Shops, Restaurants und touristischen Angebote jeglichen Couleurs erhalten Sie, wenn Sie aus dem Victoria Wharf Shopping Center auf die Terrasse im ersten Stock heraustreten und Ihren Blick über die Hafenbucht bis hinüber zum gelb getünchten Clock Tower schweifen lassen. Vor dem Haupteingang zur Mall liegt das Amphitheater, das nicht nur von professionellen Künstlern, sondern auch gerne von illustren Laiendarstellern als Bühne für ihre Performance genutzt wird. Welche Events an der V&A Waterfront geplant sind, finden Sie im Veranstaltungskalender.

An der V&A Waterfront erleben Sie das ganze Jahr über eine gelöste Stimmung aus südafrikanischer Gelassenheit, ambitionierter Geschäftigkeit und verlockender Kulinarik. Mit einer Einschränkung: In der Zeit von Mitte Dezember bis Mitte Januar herrscht in Kapstadt und insbesondere an der V&A Waterfront absoluter Ausnahmezustand – es ist Peak Season. Dann ist die Stadt so voll mit Touristen und Einheimischen, dass Genießen und Entspannen kaum möglich sind. Der Grund, weshalb meine Reisen in dieser Zeit auch nicht stattfinden. Es sind jedoch nicht nur diese atmosphärischen Einflüsse, die die V&A Waterfront so anziehend machen, es ist vor allem die atemberaubende Kulisse, in der dies alles stattfindet. Hier der aktive Hafenbetrieb mit all seiner Lebendigkeit, dort der kommerzielle Betrieb mit seinen touristischen Ausprägungen und zudem dieser mächtige Tafelberg, der seit jeher all das kurzlebige Geschehen und die epochalen Veränderungen in stoischer Art überblickt und wie ein stiller Wächter präsent ist. Soweit zur lyrischen Charakteristik dieses Ortes.

Eine afrikanische Reiseerinnerung.

Shopping ist natürlich eines der Hauptthemen an der V&A Waterfront. Neben internationalen Modelabels finden sich vor allem afrikanische und lokale Designer, bei denen es sich lohnt, intensiver hinzusehen. Es sind nicht nur landestypische Souvenirs, die dort zu erkunden sind, oftmals ist anspruchsvolle Kunst und hochwertiges Handwerk darunter zu entdecken. Für über hundertfünfzig kleine, zumeist noch unbekannte Designer und Kunsthandwerker bieten die Hallen des imposanten WATERSHED eine ideale Plattform für deren Verkaufsstände. Eine Safari zählt sicherlich zu den intensivsten afrikanischen Erlebnissen. Alles was Sie dafür an Outdoor-Ausrüstung und Bekleidung benötigen, bietet der Cape Union Mart mit seinem ultimativen Sammelsurium von Dingen, die auf keiner Safari fehlen dürfen. Gut bewacht und im diskreten Rahmen begegnen Ihnen die wohl luxuriösesten südafrikanischen „Objekte der Begierde“: Diamanten. Wer denkt da nicht gleich an Marilyn’s unvergesslichen Song? Vielleicht kein gewöhnliches Mitbringsel und doch eine bleibende und kostbare Reiseerinnerung an eine der schönsten Städte dieser Erde. Ein traditioneller aber keineswegs old-fashioned Juwelier an der V&A Waterfront ist CHARLES GREIG mit seinen erlesenen Kreationen.

Virtuell haben Sie mittlerweile schon so einiges gesehen und vielleicht das eine und andere auch erworben, sodass es jetzt Zeit für eine kulinarische Einkehr ist. Ob Lunch oder Dinner, ganz egal, diese Restaurants passen immer.

Belthazar Restaurant & Wine Bar
Das Belthazar trat im Jahr 2004 mit der Vision an, seinen Gästen die größte Wein-Bar der Welt zu bieten und zugleich das beste Steak in der Stadt zu servieren. Ob dies heute tatsächlich so ist, lässt sich schwer beweisen. Allerdings ist die Auswahl an offenen südafrikanischen Weinen einmalig in Kapstadt und die Qualität von gut abgehangenen Steaks und fangfrischem Fisch immer wieder einen Besuch wert.

Den Anker
Ein Belgier, bekannt für köstliche Muscheln mit Pommes frites und doch greift diese Beschreibung zu kurz. Seit über zwanzig Jahren gehört Den Anker zu den renommierten Restaurants an der V&A Waterfront mit belgischen Gerichten, lokalen Spezialitäten und einer fantastischen Location.

Mondiall Kitchen & Bar
Eine gelungene Kombination aus loftiger Architektur und chilliger Atmosphäre im Stil einer amerikanischen Brasserie. Die Speisekarte wartet mit zeitlosen Klassikern auf, die mit regionalen Einflüssen und saisonalen Zutaten kreiert werden.

Kapstadts Tribut an Nelson Mandela.

Als am 5. Dezember 2013 ein Nationalheld die Bühne des Lebens verließ, trauerte nicht nur Südafrika um Nelson Rolihlahla Mandela. Er war das Gewissen und die Stimme Afrikas und bereits zu Lebzeiten eine Legende. Er öffnete den Weg für ein freies und demokratisches Südafrika und gab der Regenbogennation Hoffnung und Perspektive. Die Etappen seines langen und beharrlichen Freiheitskampfes sowie die gewaltlose Beendigung des Apartheidsregimes sind hinlänglich bekannt und fesselnd in seiner Autobiografie „Der lange Weg zur Freiheit“ zu lesen. Der Tafelberg verabschiedete „Madiba“ – wie ihn respektvoll sein Volk und ihm nahestehende Menschen nannten – mit einer spektakulären Inszenierung, die wenige Tage nach seinem Tod für eine Woche lang jeden Abend erleuchtete: Mit Laserstrahlen wurde sein Gesicht auf den majestätischen Berg projiziert. Dieses Bild lies eine bewegende und beinahe andächtige Atmosphäre entstehen, und weckte melancholische Gedanken. Während der achtzehnjährigen Inhaftierung auf der Gefängnisinsel Robben Island war der Tafelberg mit seiner imposanten Silhouette für Nelson Mandela und seine Mitgefangenen ein Symbol der Hoffnung. Er repräsentierte das Festland, von dem sie wussten, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren würden.

Nelson Mandela Portrait am Civic Center in KapstadtPatricia de Lille, die Bürgermeisterin von Kapstadt, erklärte 2013 als das Jahr, in dem die „Mother City“ Nelson Mandelas Vermächtnis für diese Stadt feiern und ehren wird. Im Rahmen einer Ausstellung gab sie ein Porträt in Auftrag, das im Format 42 x 17 Meter an der Ostseite des Civic Centre installiert wurde. Die Vorlage für das Motiv zeichnete Linsey Levendall, ein Ex-Cape Flats Künstler. Auf den ersten Blick scheint es, als ob Nelson Mandela eines seiner typischen bunten Hemden trägt, jedoch bei näherer Betrachtung ist zu erkennen, dass es sich bei den einzelnen Motiven allesamt um Kapstadt-Szenerien handelt. Die Idee des Künstlers war es zum einen Symbole zu verwenden die alle Capetonians assoziieren können und zum anderen touristische Hotspots einzubauen, für die die Stadt weltweit berühmt ist. Und so finden sich der Brillenpinguin vor dem Tafelberg, der schirmtragende Clown beim Coon Carneval oder die Nationalblume Protea neben vielerlei anderer bekannten Themen. Wenn Sie vom Flughafen in die City fahren, dann kommen Sie zwangsläufig entlang des Nelson Mandela Boulevards am Civic Centre vorbei und können dieses Porträt nicht verfehlen. Wenn Sie jedoch die einzelnen Motive seines Shirts näher betrachten wollen, dann lohnt es sich einen kleinen Abstecher zum Hertzog Boulevard zu machen und das Kunstwerk von der Nähe aus zu betrachten.

Der wohl prägendste und weltweit bekannteste Ort der Nelson Mandela mit Kapstadt verbindet ist Robben Island. Diese Insel wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder als Verbannungsort für jene genutzt, die die Gesellschaft abschieben wollte. Da eine Flucht zum Festland aufgrund der kalten und gefährlichen Strömungen kaum möglich war, ertranken die wenigen, die es doch versucht haben in Freiheit zu gelangen oder wurden von der Polizei auf der anderen Seite am Bloubergstrand bereits empfangen und wieder zurück gebracht. Grausame Geschichten und Legenden erzählen von den Bedingungen, die an diesem Ort herrschten. Jedoch in den Fokus weltweiter Aufmerksamkeit gelangte diese Insel erst, als das Apartheidsregime ihren ärgsten Gegner 1964 dort isolierte und zu lebenslanger Haft verbannte. Was in den folgenden Jahren in dieser furchtbaren Strafanstalt durch Nelson Mandela für die Gefangenen verändert und beinahe auf menschenwürdiges Niveau gebracht wurde, ist Geschichte und eindrucksvoll in seinem Buch nachzulesen. 1996 wurde die Gefängnisanstalt aufgehoben und im darauf folgenden Jahr zum Nationaldenkmal und Museum bestimmt. Heute werden auf den ehemaligen Sträflingsbooten mehrmals am Tag Touristen auf die Insel verfrachtet, die dort per Bus eine zweistündige Tour zu den einstigen Gefängnistrakten, den Steinbrüchen und anderen historischen Orten unternehmen. Ein wenig seefest sollten Sie sein, wenn Sie die circa einstündige Überfahrt unternehmen möchten.

Zu Ehren der Nobelpreisträger.

Nobel Square an der V&A Waterfront in KapstadtZu einem Zeitpunkt, wo nicht absehbar war, wie der von Nelson Mandela initiierte Friedensprozess verlaufen würde, entschied 1993 das Nobelpreis-Komitee den Friedensnobelpreis an Präsident Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela zu vergeben. Bereits 1984 erhielt Erzbischof Desmond Tutu für seinen Kampf gegen die Apartheid den Friedensnobelpreis und 1960 wurde der Zulu Häuptling Albert John Luthuli damit ausgezeichnet. Diese vier südafrikanischen Kämpfer für Frieden und Freiheit erhielten in Bronze gegossen an der V&A Waterfront einen Ehrenplatz am Nobel Square. Mitte Oktober letzten Jahres sollte das 14. Welttreffen der Friedensnobelpreisträger in Kapstadt in Gedenken an Nelson Mandela stattfinden. Als die Regierung in Pretoria jedoch dem Dalai Lama die Einreise verweigerte, sagten die Preisträger geschlossen ab. Harsche Kritik hagelte es daraufhin von Desmond Tutu: „Ich schäme mich, diesen speichelleckerischen Haufen als meine Regierung zu bezeichnen“.

Buchtipp: Vor wenigen Wochen erschien die deutsche Ausgabe des Buches „Good Morning, Mr. Mandela“ von Zelda la Grange, die fast 20 Jahre lang seine persönliche Assistentin war. Kein Enthüllungsbuch, jedoch eine liebevolle Hommage an einen charismatischen Staatsmann.

 

Foto Kapstadt: Pierre-Jean Durieu / Shutterstock

Schauplatz der Geschichte.

Teich im Company's GardenWenn Sie vor sich den majestätischen Tafelberg und neben sich die modernen Hochhäuser der City sehen und zugleich umgeben sind von einer prächtigen Parkanlage und einer Vielzahl herumflitzender Eichhörnchen, dann befinden Sie sich hier: im Company’s Garden – im Herzen von Kapstadt. Das geschäftige Treiben der Adderly Street bleibt ausgesperrt und auch die Besucher des Parks verlieren sich auf zahlreichen Wegen und lauschigen Bänken. Ob Sie nur für einen kurzen Spaziergang hier herkommen oder diesen idyllischen Stadtgarten ausgiebig durchstreifen oder einfach nur für eine längere Weile das Geschehen von einer Parkbank aus auf sich wirken lassen, die friedliche Atmosphäre lässt Sie leicht die Zeit vergessen und besitzt entschleunigende Kräfte.

Einst wurde hier von der Dutch East India Company Obst und Gemüse angebaut, um deren Schiffe ab 1653 auf dem Weg von Holland nach Indien mit frischem Proviant zu versorgen. Jan van Riebeeck, der erste Verwalter des Kaps und verantwortlich für diese Gartenanlage, lies seinerzeit eine Pyrus communis (Kultur-Birne) pflanzen, die zu den ältesten kultivierten Bäumen in Südafrika zählt. Respektvoll eingezäunt ist dieser, über 360 Jahre alte Baum nahe des Company’s Garden Restaurant, zu bestaunen. Als eines der WDC14-Projekte (World Design Capital – Kapstadt wurde 2014 zur Weltdesignhauptstadt erkoren) wurde der ursprüngliche Gemüsegarten nach historischen Aufzeichnungen wieder errichtet.

Museumsgebäude im Company's GardenIm Company’s Garden werden Geschichte und Zeitgeschehen hinter repräsentativen Mauern lebendig. Entlang der Government Avenue befindet sich das Iziko South African Museum, in dem vom 01.06.2015 bis 30.09.2016 die Sonderausstellung „Tata Madiba: Father of our Democracy, Father of our Nation“ gezeigt wird. Diese Ausstellung ehrt das Erbe von Nelson Mandela und zeigt sein Lebenswerk als Kämpfer gegen die Apartheid und als Verfechter des sozialen Zusammenhalts. Einige hundert Meter entfernt befindet sich die South African National Gallery, in der südafrikanische, afrikanische und europäische Kunst ausgestellt wird und vor deren Eingangsbereich oftmals lokale Künstler ihre Werke präsentieren.

Kultur-Highlight am 10. März 2016

Am Donnerstag, den 10. März 2016, von 17:00 h bis 21:00 h, findet im Company’s Garden die zweite MUSEUM NIGHT statt, an der neben den beiden oben genannten Museen auch das South African Jewish Museum, das Iziko Planetarium, die Iziko Slave Lodge und das Iziko Old Town House ihre Pforten für die Besucher öffnen. Wenn Sie an diesem Tag in der Stadt sind, dann sollten Sie sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Webernest von Porky HeferDas im November 2014 neu eröffnete Company’s Garden Restaurant gewährt eine inspirierende Atmosphäre, um sich auf die Museumsnacht einzustimmen. Die Speisekarte bietet neben kleinen Snacks auch südafrikanische Spezialitäten wie Bobotie und Karoo Lamm und eine gute Auswahl an südafrikanischen Weinen. Ganz entspannt abhängen kann man in den übergroßen Webernester-Kreationen von Porky Hefer. Seine Interpretationen und Gestaltungen von gemütlichen Nestern aus Leder möchte man gerne ins eigene Heim hängen.

DORNIER – Kunst, Vision und Zeitgeist.

Ein kulinarischer Ausflug nach Stellenbosch.

Mit dem Namen Dornier verbindet man in erster Linie Flugzeugbau und deutsche Ingenieurskunst. Dass dieser Name heute auch in der Weinindustrie bekannt ist, verdankt er Christoph Dornier, dem jüngsten Sohn des legendären Luftfahrtpioniers Claude Dornier. Christoph Dornier (1938 – 2008) ging bereits in jungen Jahren seinen eigenen und individuellen Weg und erlangte als renommierter Künstler und Mäzen großes Ansehen. Er war oft seiner Zeit voraus und so gründete er in den achtziger Jahren eine Stiftung für Klinische Psychologie mit Instituten an mehreren Universitäten in Deutschland. In den neunziger Jahren zog es ihn nach Stellenbosch, wo er mit Dornier Wines begann. In dieser Zeit des politischen Umbruchs erkannte er die große Chance und das Potential Südafrikas. Das war jedoch nicht der einzige Grund, weshalb er dieses Weingut aufbaute. Denn vor allem liebte er als Schöngeist, Lebenskünstler und Philosoph die Mystik, die Symbolik und die Schönheit des Weins.

Dornier WeinkellerChristoph Dornier hatte nicht nur eine Leidenschaft für Kunst, Kultur und Wein, sondern auch für Architektur. Dies spiegelt sich in seinem Vermächtnis – dem Dornier Weinkeller – wider, ein architektonisches Highlight des 21. Jahrhunderts, das gegenüber dem Bodega Restaurant, einem historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, errichtet wurde. Bei der Planung dachte der „Künstler“ wohl an eine Skulptur und der „Weinmacher“ an eine funktionale Produktionsstätte. Beides in einem vereint steht jetzt eindrucksvoll inszeniert und von den Stellenboscher Bergen dramatisch eingerahmt für den Besucher bereit. Soviel zur Geschichte von Dornier Wines, auch wenn nur in kurzen Zügen dargestellt. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erklären, weshalb ich von den zahlreichen und exzellenten Weingütern der Kapregion ausgerechnet mit Dornier beginne: Es sind nostalgische Gründe. Denn mein erster bewusster Weingenuss mit einem Pinotage begann mit einem Dornier Pinotage, der bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Wo? In dem hervorragendem Restaurant FIVE FLIES in Kapstadt, das leider im April 2014 seine Tore schloss. Und nun zurück zur Gegenwart!

Am letzten Samstag haben meine Gäste und ich den Stellenbosch Slow Food Market besucht. Ein erlebnisreicher und auch kurioser Markt. Denn neben allerlei Schnickschnack und lokaler Kunst-Kuriositäten gab es vor allem hervorragende regionale Lebensmittel, Früchte und Gemüse sowie hausgemachte Spezialitäten und die meisten auch zum Probieren. Ein Gaumenschmaus der besonderen Art. Vor allem, wenn man auf Schwarzwälder Kirsch Torte stößt oder Bienenstich – beides köstliche südafrikanische Kreationen basierend auf deutschen Rezepten. Und doch haben uns die regionalen Spezialitäten wie die Boerewors in verschiedenen Gewürzmischungen, Biltong – luftgetrocknetes Fleisch vom Rind und Wild – und die Vielzahl an selbstgemachten Chutneys mehr begeistert. Eines davon, ein Rote Beete Chutney aus der Karoo, war dann Begleiter des abendlichen Braais, den wir auf der Terrasse der Villa veranstaltet haben.

Leda und der Schwan - Gemälde in der Dornier BodegaMit diesen kulinarischen Eindrücken versehen fuhren wir zum Dornier Wine Estate zum Winetasting. Natürlich hat uns erst einmal die beeindruckende Architektur des Weinkellers und der Bodega fasziniert und die umrahmenden Berge, die das ganze Anwesen irgendwie zu beschützen schienen. Die heimelige Atmosphäre der Bodega wurde dabei beherrscht von dem faszinierenden Gemälde des einstigen Hausherrn Christoph Dornier. Dieses Gemälde wurde inspiriert von der griechischen Mythologie und der Geschichte von Leda und dem Schwan. Die Geschichte von Leidenschaft und Verführung ist ein Spiegelbild der zwei Naturen, die Verwandlung von Mensch zu Tier. Christoph Dornier liebte diese Mythologie. Die Verführung Ledas durch Zeus, verwandelt als Schwan, wird daher im Dornier Logo durch den Kopf Ledas und die zwei Schwanenköpfe symbolisiert.

Back to reality und zu hervorragenden Weinen von Dornier Wines. Es war ein herrlich sonniger Tag und der Wind hielt sich in Grenzen, weshalb wir uns entschieden, das Winetasting im Freien zu erleben. Als uns Samira mit dem Angebot vertraut machte war bald klar, sie ist eine Weinexpertin und Meisterin ihres Faches – nur – ist da nicht so ein kleiner vertrauter Akzent? Ja, sie stammt aus einer deutschen Winzerfamilie und verbringt gerade ihr Praktikum als Studentin für Weinbetriebswirtschaft hier auf dem Weingut. Und so erlebten wir eine intensive und erlebnisreiche Einführung in die Weine von Dornier Wines und nebenbei informierte uns Samira über die Weinerzeugung, deren Herausforderung beim Blending, also dem Verfeinern von Weinen, und so manchen interessanten Geschichten der Weinerzeugung am Kap und insbesondere bei Dornier. Dabei berichtete sie mit Begeisterung von den herausragenden Leistungen der gerade 32-jährigen Jeanine Craven, die seit März 2012 Kellermeisterin bei Dornier ist und neue Ideen und internationale Ansprüche in ihre Weinkreationen einfließen lässt. Da ich keine Weinexpertin, sondern nur Weingenießerin bin, kann ich natürlich keine professionelle Bewertung abgeben. Nur soviel zu dem Ergebnis unseres Winetastings: Wir waren einheitlich der Meinung, dass der 2014 Cocoa Hill Rosé für den heutigen Abend der perfekte Begleiter für unseren Braai sein wird.

Mehr Informationen zu den Weinen von Dornier erhalten Sie auf der Dornier Homepage.

Old Biscuit Mill

The Old Biscuit Mill

Die einstige Keksfabrik ist heute ein Eldorado für Feinschmecker …

Jeden Samstag ab neun Uhr öffnet der Neighbourgoods Market in der Old Biscuit Mill, der eindeutig beliebteste und coolste Markt in Kapstadt, seine Tore, und es dauert nicht lange, bis eine Heerschar kulinarisch verwöhnter Leckermäuler das Gelände bevölkert. Sei es, um aus dem kaum überschaubaren und reichhaltigen Angebot an regionalen, hausgemachten und biologischen Produkten den Kühlschrank fürs Wochenende zu füllen, oder sei es, um sich mit Freunden zum Brunch zu treffen und den Nachmittag zu verbummeln. Eines ist sicher, der appetitliche und alle Sinne betörende Augenschmaus, der einem überall begegnet und förmlich auf einen zuweht, macht es schwer, seine Wahl zu treffen. Das beste Rezept: Sich einfach betören lassen vom Anblick und dem Duft der Leckereien und dann kurzerhand zugreifen.

… und für Liebhaber afrikanischen Designs.

Und wer dann seine kulinarischen Bedürfnisse gestillt hat, der kann sich “verlieren” in all den zahlreichen kleinen Läden, die von Kuriositäten, anspruchsvollem Design bis hin zu perfekter Handwerkskunst einen erneut verlocken und begeistern. Wer sich den Werken und Kreationen der Künstler und Designer jedoch intensiver widmen will, der sollte lieber unter der Woche entlang der Albert Road und der Sir Lowry Street bummeln. Frei vom Samstagstrubel herrscht dann eine relaxte Atmosphäre ohne Gedränge. Auf diesem inspirierenden und erlebnisreichen Design Walk kann man mit viel Muse in die kreative Szene eintauchen. Ein Besuch in der Galerie WHATIFTHEWORLD sollte dabei nicht fehlen.

Werkstatt Andile

Woodstock! Cape Town?

Live Design. Transform Life.

Objekte_Andile

So heißt das Motto, mit dem sich Kapstadt 2014 als Weltdesignhauptstadt präsentiert. Zentrum zahlreicher Projekte ist Woodstock. Das einstige Elendsviertel hat sich gemausert und ist heute kreativer Schmelztiegel Kapstadts. Entlang Sir Lowry Street und Albert Road lässt sich ein Design Walk erleben, bei dem man zwischen Kunst, Kommerz und Spitzengastronomie den afrikanischen Spirit spüren kann, der durch die Ateliers und Shops weht.

Mit dem WDC14 (World Design Capital) hat sich Kapstadt anspruchsvolle Ziele gesetzt. Über 460 ausgewählte Projekte rund um Architektur, Stadtplanung, Innenarchitektur, nachhaltiges Design, Industriedesign und Kommunikationsdesign sollen dazu dienen, den Lebensraum nicht nur schöner und lebenswerter zu gestalten, sondern vor allem soziale und wirtschaftliche Veränderungen herbeizuführen und gesellschaftliche Themen aufzugreifen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen dabei lokale Einflüsse und Nachhaltigkeit, die das alltägliche Leben verbessern und über das Designjahr hinaus Projekte anschieben sollen, die die Stadt und die Gesellschaft zudem langfristig verändern können.

Ein Kunsterlebnis – das Atelier von Andile Dyalvane.

Schalen_AndileIn der Old Biscuit Mill trifft man einige der innovativsten Künstler und Designer Südafrikas. In einem kleinen Atelier fertigt Andile Dyalvane unter seinem Label „IMISO“ ausgefallene Tonarbeiten, mit denen er gemäß „Lebe Design. Verändere Leben.“ seinen Teil zum Weltdesignprogramm beiträgt. Hier fällt es leicht, sein “Objekt der Begierde” zu finden und es als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Erfahren Sie mehr über seine Arbeiten und seine Werke auf seiner Webseite.

Seine außergewöhnlichen und aufwendig gestalteten Vasen, Schalen und Platten vermitteln ein eindrucksvolles Bild von der Vielfalt seiner Inspirationen. Neben Einflüssen aus der Xhosa-Kultur sind sie geprägt vom urbanen Umfeld, aber auch von Künstlern wie Pablo Picasso, wie in seiner Collection Africasso überzeugend präsentiert.

Pablo Picasso sagte einst: “The meaning of life is to find your gift. The purpose of life is to give it away.” Es scheint, als bewege sich Andile Dyalvane auch in dieser Hinsicht auf den Spuren Picassos.

Über den Künstler.

Schaufenster_Andile

Andile Dyalvane wurde 1978 im Eastern Cape, Südafrika, geboren. Bereits als Junge fertigte er aus Lehm zum Zeitvertreib Tierfiguren an. Später schrieb er sich am Sivuyile Technical College in Gugulethu, Kapstadt, zum Kunststudium ein und absolvierte als Klassenbester. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Arbeiten erhielt er ein Stipendium und schrieb sich an der Nelson Mandela Metropolitan Universität in Port Elisabeth ein. In 2003 schloss er ein Keramik-Design Studium erfolgreich mit Diplom ab.

Seine Leidenschaft für das Arbeiten mit Ton beschreibt er so: „Mein Interesse an der Arbeit mit Ton ist die Fähigkeit etwas Schönes, Wertvolles und Nützliches aus einem unförmigen Stück Erde zu machen, das so nichts wert ist. Ton ermöglicht es mir, mich auszudrücken, während ich die Richtung, in die ich gehen möchte, beeinflussen kann. Es fasziniert mich, dabei mit den vier Elementen des Lebens zu arbeiten: Erde, Wasser, Feuer und Luft. Ich mag den Prozess der Formung, indem ich ein Stück Erde in eine perfekte Form bringe. Die Formen meiner Keramikobjekte sind von den traditionellen Artefakten der Nguni inspiriert. Die anmutige Einfachheit dieser Formen ist klassisch und es ist eine Ehre für mich, sie in zeitgenössischen Kunstwerken für einen modernen Lebensstil zu interpretieren.“