In dieser Kategorie finden Sie alles rund um den Lifestyle in Kapstadt.

Einst geachtet – heute vom Sockel gestoßen …

Die Geschichte Südafrikas ist geprägt von grausamen Kämpfen, zeitweiligen Eroberungen, verheerenden Vernichtungen und blühendem Aufbau und zugleich von leidenschaftlichen und ambitionierten Menschen, die mit ihrer Lebensleistung Geschichte geschrieben haben – mit unterschiedlichen Zielen, Ausprägungen und Folgen. Eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts war zweifellos ein junger kränkelnder Engländer, der es im Laufe seines kurzen Lebens nicht nur zu immensen Reichtum brachte, sondern mit seinem imperialen Anspruchsdenken ein führender Akteur im Wettlauf um Afrika wurde. Es ging damals um nichts weniger, als um die koloniale Vorherrschaft des afrikanischen Kontinents. Seine Vision war ein „britisches Afrika“ vom Kap bis nach Kairo – ein Gedankengut der damaligen Zeit.

… Cecil John Rhodes.

Als 17-Jähriger kam Cecil 1870 nach Südafrika in der Hoffnung, seine Tuberkulose dort ausheilen zu können. Kurze Zeit später brach der Diamantenrausch in Kimberley aus, den er für sich mit Glück und Geschick zu nutzen wusste. Zehn Jahre später, mit dem Erwerb der Minenrechte am Big Hole von Kimberley setzte er den Grundstein seines gigantischen Firmenimperiums und gründete gemeinsam mit seinem Partner Charles Rudd die De Beers Mining Company. Wenige Jahre später kaufte er mehrere Goldminen am Witwatersrand in Transvaal auf, die ihm weiteren unermesslichen Reichtum brachten. Damit einhergehend war ein politisches Engagement seinerzeit geradezu eine verpflichtende Aufgabe, die Cecil Rhodes mit Leidenschaft für das British Empire übernahm. Zunächst ist er Mitglied des Parlaments der Kapkolonie, bevor er 1890 Premierminister wird. Parallel zu seinem politischen Engagement gründete er die British South Africa Company, ein britisches Wirtschaftsunternehmen, das Gebiete des heutigen Simbabwe und Sambia erschloss und verwaltete, die seinerzeit nach ihm benannt Süd- und Nordrhodesien hießen. Er war es auch, der damals die Eisenbahnbrücke über den Sambesi an den Viktoria-Wasserfällen initiierte, um die wirtschaftliche Anbindung zu Südafrika zu ermöglichen. Ein Visionär und Macher seiner Zeit. Er starb mit 48 Jahren am 26. März 1902 in seinem Ferienhaus in St. James in der False Bay und wurde in Simbabwe auf einem Granithügel, einem heiligen Ort des Ndebele-Volkes, in den Matopos Hills bei Bulawayo bestattet.

Einen Großteil seines Vermögens vererbte Cecil Rhodes an die Universität Oxford. Testamentarisch hat er verfügt, dass die Stipendien dazu beitragen sollen, dass Führungskräfte, die bereit waren, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen, für ihre Aufgaben durch die akademische Ausbildung in Oxford und den Austausch miteinander in besonderer Weise vorbereitet und motiviert werden sollen. Die Liste der erfolgreichen Stipendiaten ist lang: Howard Florey, der das Antibiotikum Penicillin für die Massenproduktion tauglich machte, Staatsmänner wie Bill Clinton und Richard von Weizsäcker, Schauspieler und Künstler wie Kris Kristoffersen u.v.a.m. Das Rhodes-Stipendium, das seit 1903 Hochbegabte nach Oxford führt, ist legendär und umfasst ein Graduiertenstudium – Master oder Promotion – mit Übernahme sämtlicher Kosten.

Cecil Rhodes schenkte zudem seine Grundstücke unterhalb des Devil’s Peak der Stadt Kapstadt, die dort später die Universität errichtete, weshalb seit 1934 seine Statue auf dem Campus steht. Dieses Denkmal musste nun im April 2015 von der Universitätsleitung aufgrund massiver Studentenproteste entfernt werden. Ausgerechnet ein südafrikanischer Rhodes-Stipendiat, Ntokozo Qwabe, brachte die „Rhodes-Must-Fall“-Kampagne von Kapstadt nach Oxford und löste dort ebenfalls hitzige Diskussionen aus, die dazu führten, dass das Oriel-College bis zum Sommer entscheiden will, ob die dortige Statue von Cecil Rhodes verbleiben oder entfernt werden soll und wie sie mit dem Andenken ihres größten Stifters zukünftig umgehen wird.

Zu Ehren von Cecil Rhodes wurde 1912 auf seinem ehemaligen Anwesen am Osthang des Devil’s Peak das imposante, aus Granit des Tafelbergs erbaute, Rhodes Memorial errichtet. Für Cecil Rhodes ein besonderer Ort wie seine Freunde sagten, an dem er gerne saß, vielleicht über sein Leben sinnierte und Kraft tankte. Eine Reiterstatue unterhalb der Treppe blickt nach Norden, in die Richtung, in die Rhodes das britische Empire vergrößern wollte. Bereits die Anfahrt dort hinauf lässt unmittelbar das städtische Geschehen verklingen und der schattige Weg, der durch Pinienwälder führt, kündigt die Ruhe und die Beschaulichkeit dieses Ortes an. Hinter dem Rhodes Memorial befindet sich ein großer Parkplatz, von wo aus in wenigen Minuten das Denkmal zu erreichen ist. Ein grandioser Blick auf die Cape Flats eröffnet sich einem und mit etwas Glück lassen sich Antilopen, Mungos und Bergziegen, genauer gesagt Himalaya-Tahre, beobachten. Vom Rhodes Memorial Restaurant & Tea Garden aus können Sie dieses Panorama in einer idyllischen Atmosphäre genießen. Um einen Platz direkt an der Brüstung mit freiem Blick zu erhalten, ist jedoch eine Reservierung sinnvoll.

Eine kleine Wanderung zur Woodstock Cave

Vom Parkplatz aus führt ein teilweise sehr steiniger Weg zur Woodstock Cave, eine Höhle oder eigentlich eher ein Überhang auf halber Höhe zum Devil’s Peak mit einer Breite von 50 Metern, einer Tiefe von 15 Metern und einer Höhe von 4 Metern. Die etwa einstündige Wanderung ist nicht besonders anstrengend, allerdings sind Wanderschuhe oder festes Schuhwerk ratsam. Der Wanderpfad ist gut ausgeschildert. Erst führt er zum „Kings Blockhouse“, von dort geht es weiter Richtung „Kapstadt“ bis man eine Ruine erreicht, über der die Höhle zu sehen ist. Die Belohnung für den kleinen Aufstieg ist ein fantastischer Blick auf Kapstadt, den Lions Head und in die Table Bay.

Lazy Afternoon an der V&A Waterfront.

Mit fröhlicher Hingabe und musikalischem Können unterhalten Straßenmusiker die vorbeiziehenden Besucher an der V&A Waterfront in Kapstadt. Und so mancher lauscht nicht nur einem Song, sondern lässt sich für eine längere Zeit nieder und sich hinreißen vom Charme, der Heiterkeit und der Gelassenheit der Künstler. Es sind jene unbeschwerten Tage, an denen man die Zeit für eine Weile anhalten und einfach nur jeden Augenblick in seiner Vielfalt und Schönheit intensiv einfangen und genießen möchte.

Einen ersten Überblick über das bunte Treiben, die unzähligen Shops, Restaurants und touristischen Angebote jeglichen Couleurs erhalten Sie, wenn Sie aus dem Victoria Wharf Shopping Center auf die Terrasse im ersten Stock heraustreten und Ihren Blick über die Hafenbucht bis hinüber zum gelb getünchten Clock Tower schweifen lassen. Vor dem Haupteingang zur Mall liegt das Amphitheater, das nicht nur von professionellen Künstlern, sondern auch gerne von illustren Laiendarstellern als Bühne für ihre Performance genutzt wird. Welche Events an der V&A Waterfront geplant sind, finden Sie im Veranstaltungskalender.

An der V&A Waterfront erleben Sie das ganze Jahr über eine gelöste Stimmung aus südafrikanischer Gelassenheit, ambitionierter Geschäftigkeit und verlockender Kulinarik. Mit einer Einschränkung: In der Zeit von Mitte Dezember bis Mitte Januar herrscht in Kapstadt und insbesondere an der V&A Waterfront absoluter Ausnahmezustand – es ist Peak Season. Dann ist die Stadt so voll mit Touristen und Einheimischen, dass Genießen und Entspannen kaum möglich sind. Der Grund, weshalb meine Reisen in dieser Zeit auch nicht stattfinden. Es sind jedoch nicht nur diese atmosphärischen Einflüsse, die die V&A Waterfront so anziehend machen, es ist vor allem die atemberaubende Kulisse, in der dies alles stattfindet. Hier der aktive Hafenbetrieb mit all seiner Lebendigkeit, dort der kommerzielle Betrieb mit seinen touristischen Ausprägungen und zudem dieser mächtige Tafelberg, der seit jeher all das kurzlebige Geschehen und die epochalen Veränderungen in stoischer Art überblickt und wie ein stiller Wächter präsent ist. Soweit zur lyrischen Charakteristik dieses Ortes.

Eine afrikanische Reiseerinnerung.

Shopping ist natürlich eines der Hauptthemen an der V&A Waterfront. Neben internationalen Modelabels finden sich vor allem afrikanische und lokale Designer, bei denen es sich lohnt, intensiver hinzusehen. Es sind nicht nur landestypische Souvenirs, die dort zu erkunden sind, oftmals ist anspruchsvolle Kunst und hochwertiges Handwerk darunter zu entdecken. Für über hundertfünfzig kleine, zumeist noch unbekannte Designer und Kunsthandwerker bieten die Hallen des imposanten WATERSHED eine ideale Plattform für deren Verkaufsstände. Eine Safari zählt sicherlich zu den intensivsten afrikanischen Erlebnissen. Alles was Sie dafür an Outdoor-Ausrüstung und Bekleidung benötigen, bietet der Cape Union Mart mit seinem ultimativen Sammelsurium von Dingen, die auf keiner Safari fehlen dürfen. Gut bewacht und im diskreten Rahmen begegnen Ihnen die wohl luxuriösesten südafrikanischen „Objekte der Begierde“: Diamanten. Wer denkt da nicht gleich an Marilyn’s unvergesslichen Song? Vielleicht kein gewöhnliches Mitbringsel und doch eine bleibende und kostbare Reiseerinnerung an eine der schönsten Städte dieser Erde. Ein traditioneller aber keineswegs old-fashioned Juwelier an der V&A Waterfront ist CHARLES GREIG mit seinen erlesenen Kreationen.

Virtuell haben Sie mittlerweile schon so einiges gesehen und vielleicht das eine und andere auch erworben, sodass es jetzt Zeit für eine kulinarische Einkehr ist. Ob Lunch oder Dinner, ganz egal, diese Restaurants passen immer.

Belthazar Restaurant & Wine Bar
Das Belthazar trat im Jahr 2004 mit der Vision an, seinen Gästen die größte Wein-Bar der Welt zu bieten und zugleich das beste Steak in der Stadt zu servieren. Ob dies heute tatsächlich so ist, lässt sich schwer beweisen. Allerdings ist die Auswahl an offenen südafrikanischen Weinen einmalig in Kapstadt und die Qualität von gut abgehangenen Steaks und fangfrischem Fisch immer wieder einen Besuch wert.

Den Anker
Ein Belgier, bekannt für köstliche Muscheln mit Pommes frites und doch greift diese Beschreibung zu kurz. Seit über zwanzig Jahren gehört Den Anker zu den renommierten Restaurants an der V&A Waterfront mit belgischen Gerichten, lokalen Spezialitäten und einer fantastischen Location.

Mondiall Kitchen & Bar
Eine gelungene Kombination aus loftiger Architektur und chilliger Atmosphäre im Stil einer amerikanischen Brasserie. Die Speisekarte wartet mit zeitlosen Klassikern auf, die mit regionalen Einflüssen und saisonalen Zutaten kreiert werden.

Wilde Küsten und traumhafte Sandstrände.

Die wilde Schönheit des Westkaps ist geprägt von kilometerlangen Sandstränden, abgeschiedenen Buchten und unberührter Natur. Wild und ungestüm zeigt sich auch der Atlantik rund um Kapstadt mit Wassertemperaturen um die 16 Grad. Also nur etwas für hartgesottene Schwimmer und jene, die mit Neoprenanzügen und Boards das Spiel mit den Wellen aufnehmen. Wenn dann zudem der South Easter Wind bläst, bringt dieser eine weitere stürmische Note in das maritime Geschehen. Von September bis März liegt das südafrikanische Küstengebiet im Einflussbereich ausgedehnter Hochs, die diesen südöstlichen Sommerwind, bekannt als „Cape Doctor“, erzeugen. Wenn der warme South Easter in die City Bowl weht, bilden sich in kühleren Höhen Wolken, die sich wie ein „Tischtuch“ um den Tafelberg schmiegen. Dabei reinigt er nicht nur die Stadtluft und bringt angenehme Abkühlung, weshalb er auch den Spitznamen „Cape Doctor“ erhielt, sondern er schafft zudem ideale Bedingungen für die Kite Surfer. Die lieben es, wenn der starke South Easter die Wellen meterhoch an den Strand peitscht und sie dann mit halsbrecherischen Sprüngen über die Wellenkämme fliegen lässt. Für die Strandbesucher stets ein faszinierendes Schauspiel, das sie mit Bewunderung verfolgen.

Wenn Sie jedoch weniger diese sportlichen Herausforderungen auf dem Meer suchen, sondern lieber ausgiebige Strandspaziergänge unternehmen oder einfach nur entspannt ein Sonnenbad nehmen möchten, dann haben Sie die Wahl zwischen trendigen Strandpromenaden, kilometerlangen Traumständen und abgelegenen Buchten, in die sich nur wenige Touristen verirren.

Auch wenn die vier Strände in Clifton vom Wind geschützte Buchten sind, in denen sich die “Reichen und Schönen“ tummeln, da sich ihre Strandhäuser gleich in unmittelbarer Nähe befinden, und auch wenn der von luxuriösen Villen umgebene Strand von Llandudno gerne als Geheimtipp bewertet wird, so ist mein Favorit der Strand von Camps Bay. Nicht nur weil er den größeren Blick auf die Küste entlang der Gebirgskette der Zwölf Apostel freigibt, sondern vor allem wegen seiner relaxten Cafés und Restaurants entlang der Victoria Road. Hier lässt es sich angenehm abhängen und beobachten. Ein beliebter und kultivierter Zeitvertreib für alle, die sich gerne und immer wieder auf diesen Ort einlassen. Die legere Lebensart wirkt hier nicht aufgesetzt oder überzogen, sondern kommt ganz natürlich daher mit einer ungemein lebendigen, ausgelassenen und fröhlichen Art, wie sie den Capetonians so eigen ist. Niemand scheint sich besonders „wichtig“ zu nehmen und irgendwie schwebt über der ganzen Atmosphäre eine Art heitere Gelassenheit des Augenblicks.

Blick vom Bloubergstrand auf die Silhouette von KapstadtWer jedoch lange und ausgiebige Strandspaziergänge unternehmen möchte, ohne dabei entlang zahlreich liegender Sonnenhungriger zu wandern, der ist am Bloubergstrand und am Long Beach von Noordhoek richtig. Dort erwarten Sie kilometerlange weiße Sandstrände von Dünen begleitet, meist mit einer steifen Brise vom Meer und mit atemberaubender Sicht. Vom späten Nachmittag bis Sonnenuntergang lässt sich bei klarer Sicht die majestätische Silhouette Kapstadts in dem sich langsam verändernden Tageslicht von Bloubergstrand aus am ergreifendsten erleben. Dann erscheinen Tafelberg, Lion’s Head und Devil’s Peak langsam in einem bläulichen Dunst, weshalb Bloubergstrand auch seinen Namen erhielt. Es ist Sundowner-Zeit. Entweder ganz leger im Ons Huisie, einer urigen Strandkneipe oder etwas anspruchsvoller im Restaurant On The Rocks mit dem sicherlich besten Blick, wenn Sie einen Tisch am Fenster buchen.

Fernab von der Zivilisation fühlt man sich am Long Beach von Noordhoek. Ein überwältigender Küstenabschnitt, der sich acht Kilometer lang bis nach Kommetje erstreckt. Hier wird man schnell eins mit der unberührten Natur, dem gewaltigen Meer – Schwimmen ist an diesem Strand aufgrund der starken Strömungen nicht zu empfehlen – und des beinahe menschenleeren Strandes. Auf halber Strecke liegen die Überreste des Schiffwracks „Kakapo“, das 1900 auf dem Weg nach Australien dort gestrandet ist und heute als fotogene Kulisse dient.

Die False Bay mit ihrem historischen Charme.

Etwas urbaner und wärmer hinsichtlich der Wassertemperaturen geht es auf der anderen Seite der Kaphalbinsel in der False Bay zu. Die bunten Holzbadehäuschen von Muizenberg fehlen in keinem Kapstadt-Reiseführer und sie wirken geradezu idyllisch und wie aus einer anderen Zeit, wie sie da so am Strand aufgereiht stehen. Und doch täuscht diese Idylle. Denn in der False Bay lebt eine große Population an Weißen Haien, die es gilt zu schützen. Jedoch für den Tourismus viel wichtiger noch gilt es, die Badegäste vor den Haien zu schützen. Dafür wurde in den letzten Jahren Verschiedenes unternommen, was dazu führte, dass es nur wenige Haiunfälle gab. Neben den bewährten Shark Spotters, die tagsüber Ausschau nach Haien halten und bei Gefahrenlage ihre Kollegen am Strand informieren, die wiederum eine Sirene auslösen und am Strand eine schwarze Flagge mit einem weißen Hai hissen – will heißen: „Hai gesichtet“, wurden in den letzten Jahren zwei weitere hilfreiche Schutzsysteme eingerichtet. Zum einen wird im Meer ein mehrere Hundert Meter langes Netz parallel zum Strand gespannt, das täglich vor Sonnenuntergang wieder eingeholt wird, um die ökologischen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, zum anderen wird ein elektrischer Zaun getestet, der niederfrequente elektrische Impulse abgibt und die Haie abschrecken soll. Was immer sich langfristig bewähren mag, meine Devise dazu: „Schwimmen im Pool ist so viel entspannter!“

Diaz Beach am Kap der Guten HoffnungWer gerne stundenlang in pittoresker Umgebung aufs Meer blicken und dabei von möglichst wenig Strandbesuchern „gestört“ werden möchte, der findet auf der Kaphalbinsel abgeschiedene Buchten und unberührte Naturstrände. Von Cape Point aus ist der malerische schneeweiße Diaz Beach in seiner ganzen Schönheit zu sehen. Nach gut 250 Stufen abwärts haben Sie diesen dann erreicht und können in der Geräuschkulisse der Brandung die Zeit verstreichen lassen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel liegt die Buffels Bay in beschaulicher Stimmung mit einem eigenen Gezeitenpool, der einlädt für ein Picknick zu verweilen.

Red Bull King of the Air 2017

Die weltweit besten Kite Surfer treffen sich jährlich am Bloubergstrand zum „Red Bull King of the Air“. Da dieser Wettkampf die idealsten Windverhältnisse benötigt, haben die Veranstalter entschieden, diesen Event am windstärksten Tag in der Zeit von Samstag, 21. Januar, bis Sonntag, 5. Februar 2017, auszutragen. Sollten Sie während dieser Zeit in Kapstadt sind, dann lassen Sie sich diesen faszinierenden Event nicht entgehen.

Kapstadts Tribut an Nelson Mandela.

Als am 5. Dezember 2013 ein Nationalheld die Bühne des Lebens verließ, trauerte nicht nur Südafrika um Nelson Rolihlahla Mandela. Er war das Gewissen und die Stimme Afrikas und bereits zu Lebzeiten eine Legende. Er öffnete den Weg für ein freies und demokratisches Südafrika und gab der Regenbogennation Hoffnung und Perspektive. Die Etappen seines langen und beharrlichen Freiheitskampfes sowie die gewaltlose Beendigung des Apartheidsregimes sind hinlänglich bekannt und fesselnd in seiner Autobiografie „Der lange Weg zur Freiheit“ zu lesen. Der Tafelberg verabschiedete „Madiba“ – wie ihn respektvoll sein Volk und ihm nahestehende Menschen nannten – mit einer spektakulären Inszenierung, die wenige Tage nach seinem Tod für eine Woche lang jeden Abend erleuchtete: Mit Laserstrahlen wurde sein Gesicht auf den majestätischen Berg projiziert. Dieses Bild lies eine bewegende und beinahe andächtige Atmosphäre entstehen, und weckte melancholische Gedanken. Während der achtzehnjährigen Inhaftierung auf der Gefängnisinsel Robben Island war der Tafelberg mit seiner imposanten Silhouette für Nelson Mandela und seine Mitgefangenen ein Symbol der Hoffnung. Er repräsentierte das Festland, von dem sie wussten, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren würden.

Nelson Mandela Portrait am Civic Center in KapstadtPatricia de Lille, die Bürgermeisterin von Kapstadt, erklärte 2013 als das Jahr, in dem die „Mother City“ Nelson Mandelas Vermächtnis für diese Stadt feiern und ehren wird. Im Rahmen einer Ausstellung gab sie ein Porträt in Auftrag, das im Format 42 x 17 Meter an der Ostseite des Civic Centre installiert wurde. Die Vorlage für das Motiv zeichnete Linsey Levendall, ein Ex-Cape Flats Künstler. Auf den ersten Blick scheint es, als ob Nelson Mandela eines seiner typischen bunten Hemden trägt, jedoch bei näherer Betrachtung ist zu erkennen, dass es sich bei den einzelnen Motiven allesamt um Kapstadt-Szenerien handelt. Die Idee des Künstlers war es zum einen Symbole zu verwenden die alle Capetonians assoziieren können und zum anderen touristische Hotspots einzubauen, für die die Stadt weltweit berühmt ist. Und so finden sich der Brillenpinguin vor dem Tafelberg, der schirmtragende Clown beim Coon Carneval oder die Nationalblume Protea neben vielerlei anderer bekannten Themen. Wenn Sie vom Flughafen in die City fahren, dann kommen Sie zwangsläufig entlang des Nelson Mandela Boulevards am Civic Centre vorbei und können dieses Porträt nicht verfehlen. Wenn Sie jedoch die einzelnen Motive seines Shirts näher betrachten wollen, dann lohnt es sich einen kleinen Abstecher zum Hertzog Boulevard zu machen und das Kunstwerk von der Nähe aus zu betrachten.

Der wohl prägendste und weltweit bekannteste Ort der Nelson Mandela mit Kapstadt verbindet ist Robben Island. Diese Insel wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder als Verbannungsort für jene genutzt, die die Gesellschaft abschieben wollte. Da eine Flucht zum Festland aufgrund der kalten und gefährlichen Strömungen kaum möglich war, ertranken die wenigen, die es doch versucht haben in Freiheit zu gelangen oder wurden von der Polizei auf der anderen Seite am Bloubergstrand bereits empfangen und wieder zurück gebracht. Grausame Geschichten und Legenden erzählen von den Bedingungen, die an diesem Ort herrschten. Jedoch in den Fokus weltweiter Aufmerksamkeit gelangte diese Insel erst, als das Apartheidsregime ihren ärgsten Gegner 1964 dort isolierte und zu lebenslanger Haft verbannte. Was in den folgenden Jahren in dieser furchtbaren Strafanstalt durch Nelson Mandela für die Gefangenen verändert und beinahe auf menschenwürdiges Niveau gebracht wurde, ist Geschichte und eindrucksvoll in seinem Buch nachzulesen. 1996 wurde die Gefängnisanstalt aufgehoben und im darauf folgenden Jahr zum Nationaldenkmal und Museum bestimmt. Heute werden auf den ehemaligen Sträflingsbooten mehrmals am Tag Touristen auf die Insel verfrachtet, die dort per Bus eine zweistündige Tour zu den einstigen Gefängnistrakten, den Steinbrüchen und anderen historischen Orten unternehmen. Ein wenig seefest sollten Sie sein, wenn Sie die circa einstündige Überfahrt unternehmen möchten.

Zu Ehren der Nobelpreisträger.

Nobel Square an der V&A Waterfront in KapstadtZu einem Zeitpunkt, wo nicht absehbar war, wie der von Nelson Mandela initiierte Friedensprozess verlaufen würde, entschied 1993 das Nobelpreis-Komitee den Friedensnobelpreis an Präsident Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela zu vergeben. Bereits 1984 erhielt Erzbischof Desmond Tutu für seinen Kampf gegen die Apartheid den Friedensnobelpreis und 1960 wurde der Zulu Häuptling Albert John Luthuli damit ausgezeichnet. Diese vier südafrikanischen Kämpfer für Frieden und Freiheit erhielten in Bronze gegossen an der V&A Waterfront einen Ehrenplatz am Nobel Square. Mitte Oktober letzten Jahres sollte das 14. Welttreffen der Friedensnobelpreisträger in Kapstadt in Gedenken an Nelson Mandela stattfinden. Als die Regierung in Pretoria jedoch dem Dalai Lama die Einreise verweigerte, sagten die Preisträger geschlossen ab. Harsche Kritik hagelte es daraufhin von Desmond Tutu: „Ich schäme mich, diesen speichelleckerischen Haufen als meine Regierung zu bezeichnen“.

Buchtipp: Vor wenigen Wochen erschien die deutsche Ausgabe des Buches „Good Morning, Mr. Mandela“ von Zelda la Grange, die fast 20 Jahre lang seine persönliche Assistentin war. Kein Enthüllungsbuch, jedoch eine liebevolle Hommage an einen charismatischen Staatsmann.

 

Foto Kapstadt: Pierre-Jean Durieu / Shutterstock

Auf Pirschfahrt zu den Big Five.

Wie intensiv möchten Sie in die afrikanische Wildnis eintauchen und wie viel Zeit bringen Sie mit? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie eine Safari planen. Eines ist gewiss: Ganz gleich, ob Sie nun eine Tagestour in ein privates Wildreservat unternehmen oder für zehn Tage in die unberührte Natur des Okavango-Deltas eintauchen, die Faszination, den Wildtieren auf einer Pirschfahrt nahe zu sein, sie zu beobachten und diese atemberaubende Atmosphäre zu spüren, ist ein kaum zu beschreibendes Erlebnis, das die Welt da draußen vergessen lässt. Wer einmal dem magischen Spirit der Wildnis verfallen ist, der will ihn immer wieder aufspüren und sich einlassen auf dieses unbeschreibliche Gefühl von Weite und Freiheit. Es ist der unaufhaltsame Rhythmus der Natur, der unter die Haut geht und einen demütig werden lässt. Den Wildtieren nahe zu sein und sie in freier Wildbahn zu erleben, wird durch die Führung erfahrener Ranger zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dieses Abenteuer ist stets aufs Neue ergreifend und sollte bei keiner Afrika-Reise fehlen.

Ein Platz für Tiere

Falls Sie die Verfilmung des Lebenswerks von Professor Bernhard Grzimek gesehen haben, dann erahnen Sie, welchen visionären Grundstein er seinerzeit mit dem Schutz der Serengeti gesetzt hat und auch mit seinem Appell gegen die Massentierhaltung; dieser hat Gültigkeit bis heute! Ihm ist es zu verdanken, dass es in den 1960er Jahren ein Umdenken gab und sich afrikanische Staatspräsidenten und Menschen in Deutschland zum Schutz der Wildtiere aussprachen und Zeichen setzten.

In nur wenigen Ländern gibt es so viele Nationalparks wie in Südafrika. Der Schutz von Wildtieren hat in diesem Land eine lange Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts rief der damalige Präsident Paul Krüger ein Gebiet von rund 20.000 Quadratkilometer nordöstlich des Landes zum Schutzgebiet aus. Heute gibt es neben den großen Nationalparks eine Vielzahl privater Wildreservate, die dazu beitragen die Artenvielfalt des Landes zu erhalten und vom Aussterben bedrohte Tierarten zu schützen versuchen.

Brüllender Löwe auf InverdoornEines dieser privaten Wildreservate ist das Inverdoorn Game Reserve. Das etwa 10.000 Hektar große Schutzgebiet liegt nordöstlich von Ceres in der Kleinen Karoo und ist ca. 2 ½ Fahrtstunden von Kapstadt entfernt. Mitte der 1990er Jahre kauften Jean-Michel und Cathy Vergnaud dieses Areal und arbeiteten unermüdlich daran eine Vielzahl der einst dort lebenden Wildtiere wieder anzusiedeln. Sie waren die Ersten, die das Breitmaulnashorn, Zebras und Kudus wieder zurück in die Kleine Karoo brachten. Heute leitet ihr jüngster Sohn Damien das Reservat sowie die Iziba Safari Lodge. Mit seiner Leidenschaft für den Schutz der Wildtiere hat er zwei weitreichende Projekte initiiert und aufgebaut: Das „Cape Cheetah“ – eine Aufzuchtstation für Geparden – und das „Rhino Protect“. Die Wilderei auf Nashörnern hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und trotz intensiver staatlicher und privater Patrouillen gelingt es kaum, das brutale Abschlachten der Tiere zu verhindern. Solange in Ländern wie China und Vietnam der Irrglaube besteht, das Horn besitze medizinischen Wert, und als Wundermittel gehandelt wird, wird die Wilderei nach diesem „grauen Gold Afrikas“ nicht einzudämmen sein. Auf den globalen Schwarzmärkten kostet Nashorn mehr als Gold oder Kokain; der Preis für das illegal gehandelte Horn ist horrende und liegt bei 20.000 bis 60.000 US Dollar pro Kilogramm.

Über einen langen Zeitraum hinweg suchte daher das Inverdoorn Team nach Wegen, wie sie ihre Nashörner vor Wilderern schützen könnten. Eine der Überlegungen war eine Hornbehandlung zu entwickeln, die das Horn wertlos machen würde. Und so entstand nach intensiver Forschung ein Wirkstoff der, wenn er in das Horn injiziert wird, harmlos für das Nashorn ist, jedoch einen dreifachen Schutz mit sich bringt: Das Horn wird gefärbt, es wird ungeeignet für den menschlichen Verzehr und beinahe unmöglich, es durch den Flughafen Scanner zu schmuggeln. Die Prozedur ist schnell und schmerzlos für das Tier und das Horn wird nur im inneren Kern gefärbt, sodass die Schönheit und die Würde des Nashorns nicht beeinträchtigt werden. Eine revolutionäre Methode, die einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen die Wilderei leistet.

Der ansteckende Virus „Safari“

Safari auf InverdoornDas begeisternde Engagement für die Wildtiere, das das Team von Inverdoorn ausstrahlt, gestaltet die 1-Tages-Safari zu einem spannenden Safari-Erlebnis. Während der knapp dreistündigen Pirschfahrt führen Sie erfahrene Ranger nahe an die Wildtiere heran und erzählen informativ und kenntnisreich über Flora und Fauna. Eines der wichtigsten Utensilien, die Sie bei einer Safari dabei haben sollten, ist ein gutes Fernglas! Eine warme Jacke, Sonnenhut und festes Schuhwerk sollten ebenfalls nicht fehlen. Und wenn Sie dann infiziert wurden von diesem Virus „Safari“ und intensiver dieses Erlebnis erfahren möchten, dann gebe ich Ihnen gerne meine Erfahrungen und Kontakte zu Safari-Veranstaltern weiter, die authentische und individuelle Safaris anbieten. Wenn Sie jedoch dieser Virus bereits „befallen“ hat und Sie im Anschluss an Ihre Kapstadt-Reise eine mehrtägige Safari anhängen möchten, dann lassen Sie mich dies wissen. Gerne recherchiere und organisiere ich für Sie genau nach Ihren Vorstellungen und Wünschen.

Fotos: Inverdoorn Game Reserve

Die Durbanville Weinroute – ein Kleinod umgeben von großen Namen.

Das kleine charmante Weinanbaugebiet in den Tygerberg Hills sollten sich Weinliebhaber nicht entgehen lassen. Nur gut eine halbe Stunde von Kapstadt entfernt warten entlang der Durbanville Weinroute zwölf Weingüter mit preisgekrönten Weinen und einladenden Weinfarmen auf: Altydgedacht, Bloemendal, D’Aria, De Grendel, Diemersdal, Durbanville Hills, Phizante Kraal, Hillcrest, Klein Roosboom, Meerendal, Nitida und Signal Gun. Diese aufstrebende Weinregion kann sich durchaus messen mit ihren großen und berühmten Schwestern Stellenbosch, Paarl und Franschhoek.

Der Weinanbau lässt sich auch im Durbanville Valley bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen, als die ersten Farmer die damals beliebte weiße Traube Cape Madeira anpflanzten. In den 1990er Jahren, mit dem Ende der Apartheid, öffneten sich die Tore für die internationale Wirtschaft und es gelangten neue Rebsorten aus Europa ins Land und eine neue und beeindruckende Weinära begann ihre Geschichte zu schreiben. Die Coastal Region, in der Durbanville liegt, ist bekannt für ihre eleganten Weine und für knackige Sauvignon Blancs. Das günstige Klima, beeinflusst durch die kühlen Winde vom Atlantik sorgt dafür, dass es nie zu heiß wird und die Trauben langsam reifen können. In Verbindung mit den nährstoffreichen Böden, die das Wasser gut halten, sind somit optimale Bedingungen für Spitzenweine gegeben. Und diese haben die lokalen Weinfarmen gemäß dem „Platter’s Wine Guide 2015“ auch zu bieten. Die aktuelle Weinbibel Südafrikas wurde von 16 namhaften Weinexperten geschrieben und führte zu beachtlichen Bewertungen.

Wählen Sie für den Besuch dieser Weinroute einen klaren Tag aus, denn einige Weingüter gewähren spektakuläre Ausblicke auf den Tafelberg. Auch wenn jede Weinfarm einen Besuch wert ist, macht es Sinn sich bei einer Tagestour auf nur zwei bis drei zu konzentrieren, dort eine Weinprobe zu genießen und sich intensiv auf das Weingut einzulassen, denn oftmals hat dieses mehr zu bieten als nur eine Weinverkostung.

De Grendel Wine Estate

Sobald Sie von der Plattekloof Road abgefahren und auf der Privatstraße zum De Grendel Wine Estate unterwegs sind, werden Sie sich auf einem idyllischen und bezaubernden Fleckchen Erde wieder finden auf dem Nguni Rinder, Ziegen und Schafe weiden und Springböcke neben Gänsen grasen. Angekommen auf dem Weingut eröffnet sich Ihnen ein sensationeller Blick auf den Tafelberg, Robben Island und die Table Bay. Die Erhabenheit dieser grandiosen Landschaft besitzt meditative Kräfte und die Welt „da draußen“ scheint sehr weit weg zu sein.

De Grendel WeingutSeit drei Generationen befindet sich das Anwesen im Besitz der Familie Graaff, die es 2006 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Der kürzlich verstorbene Sir David Graaff begann mit dem Weinbau 1999 und holte sich als Unterstützung den renommierten Kellermeister Charles Hopkins. Gemeinsam mit der Weinmacherin Elzette du Preez haben sie seitdem Spitzenweine hervorgebracht und De Grendel Weine über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Zu meinen Lieblingsweinen zählt der Koetshuis Sauvignon Blanc und der Rubaiyat ’11, der mit einem bordeaux-typischen Blend die Sinne betört. Benannt wurde der Wein nach dem gleichnamigen Werk von Omar Khayyam; die in Vierzeilern verfasste persische Lyrik beinhaltet tiefe Weisheiten des Lebens und zählte zur Lieblingslektüre von Sir David. Bereichert wurde das Weingut mit dem vor drei Jahren eröffneten De Grendel Restaurant, das sich unter dem Küchenprofi Ian Bergh schnell zu einem kulinarischen Hot Spot entwickelte. Er kreiert anspruchsvolle und aromareiche Menüs die perfekt auf die De Grendel Weine abgestimmt sind. Eine sympathische Geste des Hauses: die Weine stehen zu Weinkellerpreisen auf der Karte.

Platter’s 2015 vergab *****5 Sterne (90 – 94 Punkte) mit der Bewertung „outstanding“ für die Weine: Shiraz ’12; Koetshuis Sauvignon Blanc ’14. Sowie ****4 Sterne (86 – 89 Punkte) mit der Bewertung „excellent“ für: Op Die Berg Pinot Noir ’12; Op Die Berg Chardonnay ’13; Sauvignon Blanc ’14; Méthode Cap Classique Brut ’12.

Durbanville Hills

Durbanville Hills - Tasting areaEnde der 1990er Jahre vereinbarten die Distell Group und sieben Weinerzeuger aus der Durbanville Region im Rahmen eines Joint Ventures einen High-Tech Weinkeller zur Produktion von „Durbanville Wine of Origin“ zu bauen: Die Geburt von Durbanville Hills.

2001 wurden die ersten Weine unter diesem Label auf den Markt gebracht. Ähnlich dem Weinkeller besticht auch das Haupthaus mit stylischer und imposanter Architektur und mit fantastischen Ausblicken auf die umliegenden Weinberge und die Table Bay. Die Weinverkostungen finden im großen hellen Lounge-Bereich und im Renosterveld Garden unter Olivenbäumen statt. Der geradlinige und humorvolle Kellermeister Martin Moore sorgt seit Beginn an für Beständigkeit in der Erzeugung hochwertiger Weine und investiert laufend in neueste Technologien.

Platter’s 2015 vergab *****5 Sterne (90 – 94 Punkte) mit der Bewertung „outstanding“ für den Wein: Noble Late Harvest ’13 aus der Rhinofields Range. Sowie ****4 Sterne (86 – 89 Punkte) mit der Bewertung „excellent“ für: Biesjes Craal Sauvignon Blanc ’14 aus der Vineyard Selection; Chardonnay ’12 aus der Rhinofields Range.

Hillcrest Estate

Das Hillcrest Estate zeigt sich seinen Besuchern völlig entspannt und unprätentiös. In den 1980er Jahren wurde das Anwesen von der Baufirma Haw & Inglis erworben und dient auch heute noch als Firmensitz. Nachdem der Chapman’s Peak Drive im Jahr 2000 gesperrt werden musste war es die Haw & Inglis Group, die mit modernster Technologie den Drive zu einer sicheren Strecke ausbaute.

Hillcrest_RestaurantDer neue Eigentümer erkannte schnell, dass sich der Boden von Hillcrest ideal zur Anpflanzung von Wein und Oliven eignete und so begann er Sauvignon Blanc, Chardonnay, Merlot und Cabernet Sauvignon Reben zu pflanzen und Olivenhaine anzulegen. Als ihn 2001 der heutige Weinmacher Dr. Graeme Read überzeugte einen eigenen Weinkeller zu bauen und die Trauben selber zu keltern, anstatt diese wie bisher an Durbanville Hills zu liefern, wurde kurzerhand ein Schuppen zur Weinherstellung umgebaut und so konnten in der folgenden Saison acht Tonnen Cabernet Sauvignon und Merlot Trauben gepresst und vinifiziert werden. Von der Terrasse des legeren Restaurants genießt man herrliche Ausblicke auf die umliegenden Weinberge. Die Küche wartet mit unkomplizierten mediterranen Gerichten auf, wobei südafrikanische Einflüsse und die eigenen Farmprodukte fester Bestandteil sind. Neben einer Weinprobe im Tasting Room können Sie auch die köstlichen Tapanaden, Oliven und Olivenöle aus eigener Herstellung probieren.

Platter’s 2015 vergab *****5 Sterne (90 – 94 Punkte) mit der Bewertung „outstanding“ für die Weine: Hornfels ’12; Atlantic Slopes ’12, ’13, ’14; Sauvignon Blanc ’13. Sowie ****4 Sterne (86 – 89 Punkte) mit der Bewertung „excellent“ für: Quarry ’12; Cabernet Franc ’13; Malbec ’13.

Hillcrest Quarry

Der Hillcrest Quarry – ein ehemaliger Steinbruch – ist eine ideale Location für Outdoor-Events und wird für vielerlei Veranstaltungen genutzt. Alle geplanten Events finden Sie im Veranstaltungskalender.

 

Fotos: Durbanville Hills, Hillcrest Estate

Geschichte und Geschichten einer spektakulären Küstenstraße.

Chapman's Peak DriveDer Chapman’s Peak Drive zählt zu den schönsten Küstenstraßen der Welt und seine Geschichte ist reich an kuriosen Erzählungen und folgenschweren Geschehnissen. Gebaut wurde diese neun Kilometer lange Straße mit ihren 114 Kurven zwischen 1915 und 1922 und verbindet auf der Kap-Halbinsel die Orte Hout Bay und Noordhoek. Entlang der Strecke bieten zahlreiche Haltebuchten atemberaubende Aussichten auf die Atlantikküste mit fantastischen Fotomotiven. Einst war die Fahrt über den Chapman’s Peak jedoch nicht ungefährlich, denn sowohl herabfallende Felsbrocken als auch eine regennasse Fahrbahn führten immer wieder zu schweren Unfällen. Als im Januar 2000 dreißig Prozent der Strecke verschüttet wurden, musste die Straße gesperrt werden. Aus Kostengründen wurde die Straße anschließend an ein privates Konsortium verpachtet, das entlang der Strecke riesige Fangnetze für herabfallendes Gestein anbrachte und an zwei besonders gefährlichen Stellen Tunnelanlagen in den Fels hinein schlug. Zur Amortisierung dieser Sanierungskosten fallen Mautgebühren für eine einfache Fahrt von derzeit 38 Rand an.

chapman's peak driveAls im Jahr 2002 im Rahmen einer gigantischen Küsten-Reinigungs-Aktion unterhalb des Chapman’s Peak Drive ein Helikopter 22 Autowracks aus dem Ozean barg, kam die Erinnerung an ein lange zurückliegendes Ereignis wieder auf, das im Oktober 1988 geschah. Ein irischer Geschäftsmann verlor damals auf dem Drive die Kontrolle über seinen Mercedes Benz, wurde aus der Kurve geschleudert und stürzte hundert Meter in die Tiefe. Jedoch wie durch ein Wunder hatte er den Unfall nicht nur überlebt, sondern er kletterte auch beinahe ohne Kratzer aus dem Unfallfahrzeug. Mercedes hörte von der Geschichte und war so beindruckt von den Sicherheitsfunktionen und der Stabilität ihrer Fahrzeuge, dass sie beschlossen, darauf einen TV-Werbespot aufzubauen. Für die Filmproduktion ließen sie einen Mercedes exakt an der gleichen Stelle die Klippen hinab stürzen und stellten nach, wie der Fahrer anschließend unbeschadet aus dem Fahrzeug stieg, begleitet von der nüchternen Erklärung des Off Sprechers: „… er überlebte, weil er einen Sicherheitsgurt trug und einen Mercedes Benz fuhr.“

BMW Südafrika wurde auf den Spot aufmerksam und ahmte ihn genial nach. Und so kam es, dass aus dieser Werbekampagne ein legendärer Werbekrieg zwischen Mercedes und BMW entflammte. BMW zeigte eine Woche später einen TV-Spot, in dem ein BMW die gleiche Strecke entlang fuhr und an der Stelle, wo der Mercedes die Kontrolle verlor und über die Brüstung stürzte, reagierte der BMW souverän, blieb auf der Fahrbahn und der Fahrer fuhr gelassen weiter. Dazu die Off Stimme mit schelmischem Unterton: „Doesn’t it make sense to drive a luxury sedan … (Pause) that beats the bends (Benz)?“ Sie werden es ahnen: Die Anzeige musste nach gut einer Woche aus der Schaltung genommen werden wegen des Verstoßes vergleichender Werbung. Die beiden Spots führen jedoch auf Youtube immer noch zum Schmunzeln.

Heute ist der ChapmaNoordhoek Beachn’s Peak Drive weitestgehend sicher zu befahren, solange der Fahrer sein Augenmerk auf der Fahrbahn belässt und nur von den vielen Aussichtspunkten aus die spektakulären Ausblicke genießt. Auf der Fahrt hinunter nach Noordhoek eröffnet sich Ihnen die atemberaubende Sicht auf den acht Kilometer langen Strand, der bis nach Kommetje reicht. Der feine, weiße Sand und die herrliche Szenerie von Dünen, Wetlands und der Bergkette im Hintergrund laden zu einem ausgiebigen Strandspaziergang geradezu ein. Oder haben Sie Lust, den Strand auf dem Rücken eines Pferdes zu erkunden? Bei Sleepy Hollow Horse Riding können Sie Ihren Ausritt buchen.

Für kulinarische Erlebnisse sorgt Franck Dangereux im THE FOODBARN. Das Restaurant & Deli befindet sich im Noordhoek Farm Village, das über die Village Lane zu erreichen ist. In einer alten Scheune werden in legerer und gemütlicher Atmosphäre köstliche Speisen serviert, in denen Franck mediterrane, asiatische und indische Einflüsse wunderbar kombiniert. Aber vor allen Dingen bereitet er seine Gerichte mit „Liebe, Respekt, Wissen und nochmals Liebe“ zu. Er hat einfach Freude und Spaß bei dem, was er tut und das spürt der Gast in vielen Facetten. In der Wintersaison von Mai bis Oktober können Sie ihn dabei persönlich in der Küche erleben. Die Kochvorführungen beginnen in 2016 am Freitag, den 21. August, ab 12:00 Uhr. Die Teilnahme ist auf +/- 30 Gäste reduziert. Also unbedingt anmelden, wenn Sie bei diesem köstlichen Event mit dabei sein möchten.

Fotos: scenic Chapman’s Peak Drive: Shutterstock, David Steele; vertikal Chapman’s Peak Drive: Shutterstock, Neil Bradfield

Das Kap der Stürme.

So taufte Bartolomeu Kap der Guten HoffnungDiaz die Südspitze Afrikas, die er in geheimer Mission auf der Suche nach einem Seeweg von Europa nach Asien 1488 entdeckte. Das Kap sollte sein Schicksal werden. Zwölf Jahre später ging sein Schiff in der Nähe des Kaps im Sturm unter und er starb mit der gesamten Besatzung den Seemannstod. Das „Diaz Cross“ auf der Kap-Halbinsel erinnert an seine Entdeckung. Das „Kap der Stürme“ wurde von Seefahrern jahrhundertelang mit größtem Respekt behandelt. Zahlreiche Schiffwracks entlang der Küste zeugen von der Gefahr, die von starken Winden und heftigen Strömungen, aber auch von der Felsenlandschaft unter Wasser ausgeht und auch heute noch Schiffe in Seenot bringen kann. Die Portugiesen benannten das Kap bald in Kap der Guten Hoffnung um, in der Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Fernen Osten – und zudem klingt es ja auch verlockender für all jene, die sich seinerzeit auf die lange und beschwerliche Passage begaben.

Buntbock am Kap der Guten HoffnungWeit weniger stürmisch sondern eher geruhsam geht es auf dem Festland zu. Wenn Sie durch das Eingangstor zum Cape of Good Hope Nature Reserve fahren, eröffnet sich Ihnen unmittelbar eine weite Busch- und Felsenlandschaft. Auf dem Hauptweg nach Cape Point gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Die kleinen Nebenwege, die Sie tief in die artenreiche und einzigartige Flora und Fauna des Reservats hineinführen, ermöglichen in vielen Teilabschnitten nur ein langsames Vorwärtskommen. Es sind jedoch nicht alleine die etwas holprigen Straßen, die das Fahren verlangsamen, sondern es ist die grandiose und unberührte Landschaft mit ihrer vielfältigen Fynbos- und Protea-Vegetation, den immer wieder atemberaubenden Ausblicken auf die abgelegenen Buchten und die faszinierende Tierwelt, die einem – bei wachem Auge – überall begegnet und einen veranlasst anzuhalten und zu beobachten. Seien es Pavian-Familien, die den Weg kreuzen und sich dabei viel Zeit lassen ihre Jungen nachkommen zu lassen oder Buntböcke, die in völliger Ruhe Blätter aus den Büschen rupfen. Auch Strauße beeindrucken, wie sie mit ihren großen Augen die Besucher erst skeptisch beobachten, um dann wieder unbeeindruckt weiterzugrasen.

Leuchtturm am Cape PointDie Hauptattraktion am Kap – der Leuchtturm von Cape Point – ist der Ort, wo Sie auf die meisten Touristen treffen werden. Es lohnt sich daher etwas früher am Tag den fantastischen Ausblick von dort oben zu genießen, um dann bei der nächsten Attraktion am Kap der Guten Hoffnung das obligatorische Erinnerungsfoto zu schießen. Nach diesen beiden „must-see“-Orten werden Sie auf den Seitenwegen zur False Bay oder zum Atlantischen Ozean nur mehr wenigen Besuchern begegnen. Mit dem Eintrittsticket zum Cape of Good Hope Nature Reserve erhalten Sie eine Karte, auf der die einzelnen Wege mit ihren Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Nehmen Sie sich Zeit für eine Wanderung, z. B. entlang des Shipwreck-Trails am Olifantsbos, ein Rundweg, der Sie zu den Überresten zweier Wracks führt und ca. 90 Minuten dauert. Oder zum windgeschützten Strand von Buffels Bay mit einem Gezeitenpool und Picknickplätzen. Auf den umliegenden Grasflächen können oft Buntböcke gesichtet werden. Sie sollten daher bei diesem Trip ein Fernglas mitnehmen und Windjacke und festes Schuhwerk nicht vergessen.

Ein genussvoller Ausklang des Tages

Wenn Sie den Rückweg über Simon’s Town nehmen und noch Lust haben die Pinguin-Kolonie zu besuchen, dann finden Sie dazu weitere Informationen unter dem Blogbeitrag „Vorfahrt gewähren und die Kamera bereit halten“.

Sollte der Tag schon fortgeschritten sein und Sie diesen ganz entspannt in maritimer Atmosphäre mit toller Aussicht in die Fals Bay ausklingen lassen wollen, dann empfehle ich nach Kalk Bay ins Harbour House zu fahren. Das Restaurant liegt inmitten des kleinen Fischereihafens und ein Parkplatz ist direkt vor der Tür. Eine Reservierung ist erforderlich, um einen der begehrten Tische am Fenster zu bekommen. Die Bar auf der Terrasse ist nicht nur herrlich romantisch, sondern gewährt auch einen schönen Blick auf den kleinen idyllischen Ort, der sich zwischen Berge und Meer entlang der Küstenstraße ausbreitet. Genießen Sie diese Stimmung bei einem Aperitif und freuen Sie sich auf kreativ zubereitete Gerichte.

Schauplatz der Geschichte.

Teich im Company's GardenWenn Sie vor sich den majestätischen Tafelberg und neben sich die modernen Hochhäuser der City sehen und zugleich umgeben sind von einer prächtigen Parkanlage und einer Vielzahl herumflitzender Eichhörnchen, dann befinden Sie sich hier: im Company’s Garden – im Herzen von Kapstadt. Das geschäftige Treiben der Adderly Street bleibt ausgesperrt und auch die Besucher des Parks verlieren sich auf zahlreichen Wegen und lauschigen Bänken. Ob Sie nur für einen kurzen Spaziergang hier herkommen oder diesen idyllischen Stadtgarten ausgiebig durchstreifen oder einfach nur für eine längere Weile das Geschehen von einer Parkbank aus auf sich wirken lassen, die friedliche Atmosphäre lässt Sie leicht die Zeit vergessen und besitzt entschleunigende Kräfte.

Einst wurde hier von der Dutch East India Company Obst und Gemüse angebaut, um deren Schiffe ab 1653 auf dem Weg von Holland nach Indien mit frischem Proviant zu versorgen. Jan van Riebeeck, der erste Verwalter des Kaps und verantwortlich für diese Gartenanlage, lies seinerzeit eine Pyrus communis (Kultur-Birne) pflanzen, die zu den ältesten kultivierten Bäumen in Südafrika zählt. Respektvoll eingezäunt ist dieser, über 360 Jahre alte Baum nahe des Company’s Garden Restaurant, zu bestaunen. Als eines der WDC14-Projekte (World Design Capital – Kapstadt wurde 2014 zur Weltdesignhauptstadt erkoren) wurde der ursprüngliche Gemüsegarten nach historischen Aufzeichnungen wieder errichtet.

Museumsgebäude im Company's GardenIm Company’s Garden werden Geschichte und Zeitgeschehen hinter repräsentativen Mauern lebendig. Entlang der Government Avenue befindet sich das Iziko South African Museum, in dem vom 01.06.2015 bis 30.09.2016 die Sonderausstellung „Tata Madiba: Father of our Democracy, Father of our Nation“ gezeigt wird. Diese Ausstellung ehrt das Erbe von Nelson Mandela und zeigt sein Lebenswerk als Kämpfer gegen die Apartheid und als Verfechter des sozialen Zusammenhalts. Einige hundert Meter entfernt befindet sich die South African National Gallery, in der südafrikanische, afrikanische und europäische Kunst ausgestellt wird und vor deren Eingangsbereich oftmals lokale Künstler ihre Werke präsentieren.

Kultur-Highlight am 10. März 2016

Am Donnerstag, den 10. März 2016, von 17:00 h bis 21:00 h, findet im Company’s Garden die zweite MUSEUM NIGHT statt, an der neben den beiden oben genannten Museen auch das South African Jewish Museum, das Iziko Planetarium, die Iziko Slave Lodge und das Iziko Old Town House ihre Pforten für die Besucher öffnen. Wenn Sie an diesem Tag in der Stadt sind, dann sollten Sie sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Webernest von Porky HeferDas im November 2014 neu eröffnete Company’s Garden Restaurant gewährt eine inspirierende Atmosphäre, um sich auf die Museumsnacht einzustimmen. Die Speisekarte bietet neben kleinen Snacks auch südafrikanische Spezialitäten wie Bobotie und Karoo Lamm und eine gute Auswahl an südafrikanischen Weinen. Ganz entspannt abhängen kann man in den übergroßen Webernester-Kreationen von Porky Hefer. Seine Interpretationen und Gestaltungen von gemütlichen Nestern aus Leder möchte man gerne ins eigene Heim hängen.

Gewaltige Gebirgszüge und herrschaftliche Weingüter.

Auf den Spuren des „Großen Tracks“.

Heutzutage fährt man ganz bequem im Auto und auf gut ausgebauter Straße über den Sir Lowry’s Pass, der über die Hottentots Holland Berge führt und grandiose Rundblicke auf die False Bay und in das Hinterland gewährt. Dass zu Beginn des Großen Tracks im Jahr 1835 die Migranten, die Kapstadt in Richtung Ostküste verließen, denselben Weg auf Ochsenkarren unternahmen, ist für uns beim Anblick dieses gewaltigen Gebirges kaum vorstellbar. Noch heute sind aus dieser Zeit in die Felslandschaft eingehauene Markierungen für deren Fuhrwerke zu sehen.

Gordons BayDie heutige Fahrt wird meine Gäste und mich über vier gewaltige Gebirgszüge führen und in das Weinstädtchen Franschhoek mit seinem französischen Flair und beschaulichen Bistros. 1688 haben sich hier am Ostende des Drakenstein Tals ca. 200 französische Hugenotten niedergelassen und mit dem Weinanbau begonnen, der heute maßgeblich die Region prägt. Entlang der Main Road lässt sich ein guter Überblick gewinnen über die historische Architektur und die heutige Lebensart mit all ihren unterschiedlichen Ausprägungen. Neben touristisch ausgerichteten Attraktionen, wie der Franschhoek Wine Tram, die mit ihrer Roten und Blauen Linie Besucher zu jeweils sieben Weinfarmen bringt, sowie zahlreicher Souvenirläden mit afrikanischen Arbeiten, finden sich auch Galerien mit zeitgenössischer Kunst und erstklassige Restaurants.

Bevor wir jedoch dort anlangten, ging es erst entlang ausgedehnter Apfel- und Orangenplantagen über den Viljoens Pass und weiter zum riesigen Theewaterskloof Damm, der zur Hauptwasserversorgung von Kapstadt beiträgt. Kurz hinter dem Stausee ging es dann hinauf auf den spektakulären und kurvenreichen Franschhoek Pass, der das Highlight dieser Vier-Pässe-Fahrt darstellte. Nach jeder kurvigen Steigung eröffneten sich uns neue Rundblicke in diese fruchtbare und bezaubernde Landschaft. Oben angekommen waren wir überwältigt von dem Ausblick, der sich uns auf das Franschhoek Tal mit seinen Weinhängen auftat.

Nach dieser bildgewaltigen Pässe-Fahrt machten wir kurz vor Franschhoek bei „La Petite Ferme“ Halt zum Lunch. Ein wunderbarer Ort zur Einkehr. Bei einem Glas Cap Classique lässt sich im Garten in himmlisch ruhiger Atmosphäre entspannen. Der Blick auf das Tal, die angrenzenden Weinberge und die Gartengäste – Perlhühner, Ibisse und andere einheimische Vogelarten – ergänzten diese bezaubernde Stimmung.

ANTHONIJ RUPERT WIne FarmAngenehm gestärkt und mit neuem Erlebnishunger versehen, bummelten wir durch Franschhoek und kehrten im Anschluss zu einem Winetasting in erlesener Atmosphäre bei ANTHONIJ RUPERT WYNE im L’Ormarins Manor House ein. Das herrschaftliche Herrenhaus ist mit Antiquitäten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts im kapholländischen Stil möbliert, die eindrucksvoll den Lebensstil der damaligen Zeit repräsentieren. Das Anwesen mit der sorgsam gepflegten und wunderschön angelegten Gartenanlage strahlt eine vereinnahmende Ruhe und Eleganz aus, die einlädt, länger zu verweilen.

Auf der schattigen Veranda mit Blick in den Garten und auf die Franschhoek Weinberge oder in einer der behaglich eingerichteten Räumlichkeiten finden die Weinproben statt. Zur Wahl stehen die Anthonij Rupert Weine, die Cape of Good Hope Weine sowie der Brut Classique und der Port von L’Ormarins.

Als wir uns auf den Weg über den Hellshoogte Pass zurück nach Camps Bay begaben, lagen dann auch so einige edle Tropfen des Weinguts in unserem Kofferraum.