Sandstrand von Camps Bay

Wilde Küsten und traumhafte Sandstrände.

Die wilde Schönheit des Westkaps ist geprägt von kilometerlangen Sandstränden, abgeschiedenen Buchten und unberührter Natur. Wild und ungestüm zeigt sich auch der Atlantik rund um Kapstadt mit Wassertemperaturen um die 16 Grad. Also nur etwas für hartgesottene Schwimmer und jene, die mit Neoprenanzügen und Boards das Spiel mit den Wellen aufnehmen. Wenn dann zudem der South Easter Wind bläst, bringt dieser eine weitere stürmische Note in das maritime Geschehen. Von September bis März liegt das südafrikanische Küstengebiet im Einflussbereich ausgedehnter Hochs, die diesen südöstlichen Sommerwind, bekannt als „Cape Doctor“, erzeugen. Wenn der warme South Easter in die City Bowl weht, bilden sich in kühleren Höhen Wolken, die sich wie ein „Tischtuch“ um den Tafelberg schmiegen. Dabei reinigt er nicht nur die Stadtluft und bringt angenehme Abkühlung, weshalb er auch den Spitznamen „Cape Doctor“ erhielt, sondern er schafft zudem ideale Bedingungen für die Kite Surfer. Die lieben es, wenn der starke South Easter die Wellen meterhoch an den Strand peitscht und sie dann mit halsbrecherischen Sprüngen über die Wellenkämme fliegen lässt. Für die Strandbesucher stets ein faszinierendes Schauspiel, das sie mit Bewunderung verfolgen.

Wenn Sie jedoch weniger diese sportlichen Herausforderungen auf dem Meer suchen, sondern lieber ausgiebige Strandspaziergänge unternehmen oder einfach nur entspannt ein Sonnenbad nehmen möchten, dann haben Sie die Wahl zwischen trendigen Strandpromenaden, kilometerlangen Traumständen und abgelegenen Buchten, in die sich nur wenige Touristen verirren.

Auch wenn die vier Strände in Clifton vom Wind geschützte Buchten sind, in denen sich die “Reichen und Schönen“ tummeln, da sich ihre Strandhäuser gleich in unmittelbarer Nähe befinden, und auch wenn der von luxuriösen Villen umgebene Strand von Llandudno gerne als Geheimtipp bewertet wird, so ist mein Favorit der Strand von Camps Bay. Nicht nur weil er den größeren Blick auf die Küste entlang der Gebirgskette der Zwölf Apostel freigibt, sondern vor allem wegen seiner relaxten Cafés und Restaurants entlang der Victoria Road. Hier lässt es sich angenehm abhängen und beobachten. Ein beliebter und kultivierter Zeitvertreib für alle, die sich gerne und immer wieder auf diesen Ort einlassen. Die legere Lebensart wirkt hier nicht aufgesetzt oder überzogen, sondern kommt ganz natürlich daher mit einer ungemein lebendigen, ausgelassenen und fröhlichen Art, wie sie den Capetonians so eigen ist. Niemand scheint sich besonders „wichtig“ zu nehmen und irgendwie schwebt über der ganzen Atmosphäre eine Art heitere Gelassenheit des Augenblicks.

Blick vom Bloubergstrand auf die Silhouette von KapstadtWer jedoch lange und ausgiebige Strandspaziergänge unternehmen möchte, ohne dabei entlang zahlreich liegender Sonnenhungriger zu wandern, der ist am Bloubergstrand und am Long Beach von Noordhoek richtig. Dort erwarten Sie kilometerlange weiße Sandstrände von Dünen begleitet, meist mit einer steifen Brise vom Meer und mit atemberaubender Sicht. Vom späten Nachmittag bis Sonnenuntergang lässt sich bei klarer Sicht die majestätische Silhouette Kapstadts in dem sich langsam verändernden Tageslicht von Bloubergstrand aus am ergreifendsten erleben. Dann erscheinen Tafelberg, Lion’s Head und Devil’s Peak langsam in einem bläulichen Dunst, weshalb Bloubergstrand auch seinen Namen erhielt. Es ist Sundowner-Zeit. Entweder ganz leger im Ons Huisie, einer urigen Strandkneipe oder etwas anspruchsvoller im Restaurant On The Rocks mit dem sicherlich besten Blick, wenn Sie einen Tisch am Fenster buchen.

Fernab von der Zivilisation fühlt man sich am Long Beach von Noordhoek. Ein überwältigender Küstenabschnitt, der sich acht Kilometer lang bis nach Kommetje erstreckt. Hier wird man schnell eins mit der unberührten Natur, dem gewaltigen Meer – Schwimmen ist an diesem Strand aufgrund der starken Strömungen nicht zu empfehlen – und des beinahe menschenleeren Strandes. Auf halber Strecke liegen die Überreste des Schiffwracks „Kakapo“, das 1900 auf dem Weg nach Australien dort gestrandet ist und heute als fotogene Kulisse dient.

Die False Bay mit ihrem historischen Charme.

Etwas urbaner und wärmer hinsichtlich der Wassertemperaturen geht es auf der anderen Seite der Kaphalbinsel in der False Bay zu. Die bunten Holzbadehäuschen von Muizenberg fehlen in keinem Kapstadt-Reiseführer und sie wirken geradezu idyllisch und wie aus einer anderen Zeit, wie sie da so am Strand aufgereiht stehen. Und doch täuscht diese Idylle. Denn in der False Bay lebt eine große Population an Weißen Haien, die es gilt zu schützen. Jedoch für den Tourismus viel wichtiger noch gilt es, die Badegäste vor den Haien zu schützen. Dafür wurde in den letzten Jahren Verschiedenes unternommen, was dazu führte, dass es nur wenige Haiunfälle gab. Neben den bewährten Shark Spotters, die tagsüber Ausschau nach Haien halten und bei Gefahrenlage ihre Kollegen am Strand informieren, die wiederum eine Sirene auslösen und am Strand eine schwarze Flagge mit einem weißen Hai hissen – will heißen: „Hai gesichtet“, wurden in den letzten Jahren zwei weitere hilfreiche Schutzsysteme eingerichtet. Zum einen wird im Meer ein mehrere Hundert Meter langes Netz parallel zum Strand gespannt, das täglich vor Sonnenuntergang wieder eingeholt wird, um die ökologischen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, zum anderen wird ein elektrischer Zaun getestet, der niederfrequente elektrische Impulse abgibt und die Haie abschrecken soll. Was immer sich langfristig bewähren mag, meine Devise dazu: „Schwimmen im Pool ist so viel entspannter!“

Diaz Beach am Kap der Guten HoffnungWer gerne stundenlang in pittoresker Umgebung aufs Meer blicken und dabei von möglichst wenig Strandbesuchern „gestört“ werden möchte, der findet auf der Kaphalbinsel abgeschiedene Buchten und unberührte Naturstrände. Von Cape Point aus ist der malerische schneeweiße Diaz Beach in seiner ganzen Schönheit zu sehen. Nach gut 250 Stufen abwärts haben Sie diesen dann erreicht und können in der Geräuschkulisse der Brandung die Zeit verstreichen lassen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel liegt die Buffels Bay in beschaulicher Stimmung mit einem eigenen Gezeitenpool, der einlädt für ein Picknick zu verweilen.

Red Bull King of the Air 2017

Die weltweit besten Kite Surfer treffen sich jährlich am Bloubergstrand zum „Red Bull King of the Air“. Da dieser Wettkampf die idealsten Windverhältnisse benötigt, haben die Veranstalter entschieden, diesen Event am windstärksten Tag in der Zeit von Samstag, 21. Januar, bis Sonntag, 5. Februar 2017, auszutragen. Sollten Sie während dieser Zeit in Kapstadt sind, dann lassen Sie sich diesen faszinierenden Event nicht entgehen.