Kapstadts Tribut an Nelson Mandela.

Als am 5. Dezember 2013 ein Nationalheld die Bühne des Lebens verließ, trauerte nicht nur Südafrika um Nelson Rolihlahla Mandela. Er war das Gewissen und die Stimme Afrikas und bereits zu Lebzeiten eine Legende. Er öffnete den Weg für ein freies und demokratisches Südafrika und gab der Regenbogennation Hoffnung und Perspektive. Die Etappen seines langen und beharrlichen Freiheitskampfes sowie die gewaltlose Beendigung des Apartheidsregimes sind hinlänglich bekannt und fesselnd in seiner Autobiografie „Der lange Weg zur Freiheit“ zu lesen. Der Tafelberg verabschiedete „Madiba“ – wie ihn respektvoll sein Volk und ihm nahestehende Menschen nannten – mit einer spektakulären Inszenierung, die wenige Tage nach seinem Tod für eine Woche lang jeden Abend erleuchtete: Mit Laserstrahlen wurde sein Gesicht auf den majestätischen Berg projiziert. Dieses Bild lies eine bewegende und beinahe andächtige Atmosphäre entstehen, und weckte melancholische Gedanken. Während der achtzehnjährigen Inhaftierung auf der Gefängnisinsel Robben Island war der Tafelberg mit seiner imposanten Silhouette für Nelson Mandela und seine Mitgefangenen ein Symbol der Hoffnung. Er repräsentierte das Festland, von dem sie wussten, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren würden.

Nelson Mandela Portrait am Civic Center in KapstadtPatricia de Lille, die Bürgermeisterin von Kapstadt, erklärte 2013 als das Jahr, in dem die „Mother City“ Nelson Mandelas Vermächtnis für diese Stadt feiern und ehren wird. Im Rahmen einer Ausstellung gab sie ein Porträt in Auftrag, das im Format 42 x 17 Meter an der Ostseite des Civic Centre installiert wurde. Die Vorlage für das Motiv zeichnete Linsey Levendall, ein Ex-Cape Flats Künstler. Auf den ersten Blick scheint es, als ob Nelson Mandela eines seiner typischen bunten Hemden trägt, jedoch bei näherer Betrachtung ist zu erkennen, dass es sich bei den einzelnen Motiven allesamt um Kapstadt-Szenerien handelt. Die Idee des Künstlers war es zum einen Symbole zu verwenden die alle Capetonians assoziieren können und zum anderen touristische Hotspots einzubauen, für die die Stadt weltweit berühmt ist. Und so finden sich der Brillenpinguin vor dem Tafelberg, der schirmtragende Clown beim Coon Carneval oder die Nationalblume Protea neben vielerlei anderer bekannten Themen. Wenn Sie vom Flughafen in die City fahren, dann kommen Sie zwangsläufig entlang des Nelson Mandela Boulevards am Civic Centre vorbei und können dieses Porträt nicht verfehlen. Wenn Sie jedoch die einzelnen Motive seines Shirts näher betrachten wollen, dann lohnt es sich einen kleinen Abstecher zum Hertzog Boulevard zu machen und das Kunstwerk von der Nähe aus zu betrachten.

Der wohl prägendste und weltweit bekannteste Ort der Nelson Mandela mit Kapstadt verbindet ist Robben Island. Diese Insel wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder als Verbannungsort für jene genutzt, die die Gesellschaft abschieben wollte. Da eine Flucht zum Festland aufgrund der kalten und gefährlichen Strömungen kaum möglich war, ertranken die wenigen, die es doch versucht haben in Freiheit zu gelangen oder wurden von der Polizei auf der anderen Seite am Bloubergstrand bereits empfangen und wieder zurück gebracht. Grausame Geschichten und Legenden erzählen von den Bedingungen, die an diesem Ort herrschten. Jedoch in den Fokus weltweiter Aufmerksamkeit gelangte diese Insel erst, als das Apartheidsregime ihren ärgsten Gegner 1964 dort isolierte und zu lebenslanger Haft verbannte. Was in den folgenden Jahren in dieser furchtbaren Strafanstalt durch Nelson Mandela für die Gefangenen verändert und beinahe auf menschenwürdiges Niveau gebracht wurde, ist Geschichte und eindrucksvoll in seinem Buch nachzulesen. 1996 wurde die Gefängnisanstalt aufgehoben und im darauf folgenden Jahr zum Nationaldenkmal und Museum bestimmt. Heute werden auf den ehemaligen Sträflingsbooten mehrmals am Tag Touristen auf die Insel verfrachtet, die dort per Bus eine zweistündige Tour zu den einstigen Gefängnistrakten, den Steinbrüchen und anderen historischen Orten unternehmen. Ein wenig seefest sollten Sie sein, wenn Sie die circa einstündige Überfahrt unternehmen möchten.

Zu Ehren der Nobelpreisträger.

Nobel Square an der V&A Waterfront in KapstadtZu einem Zeitpunkt, wo nicht absehbar war, wie der von Nelson Mandela initiierte Friedensprozess verlaufen würde, entschied 1993 das Nobelpreis-Komitee den Friedensnobelpreis an Präsident Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela zu vergeben. Bereits 1984 erhielt Erzbischof Desmond Tutu für seinen Kampf gegen die Apartheid den Friedensnobelpreis und 1960 wurde der Zulu Häuptling Albert John Luthuli damit ausgezeichnet. Diese vier südafrikanischen Kämpfer für Frieden und Freiheit erhielten in Bronze gegossen an der V&A Waterfront einen Ehrenplatz am Nobel Square. Mitte Oktober letzten Jahres sollte das 14. Welttreffen der Friedensnobelpreisträger in Kapstadt in Gedenken an Nelson Mandela stattfinden. Als die Regierung in Pretoria jedoch dem Dalai Lama die Einreise verweigerte, sagten die Preisträger geschlossen ab. Harsche Kritik hagelte es daraufhin von Desmond Tutu: „Ich schäme mich, diesen speichelleckerischen Haufen als meine Regierung zu bezeichnen“.

Buchtipp: Vor wenigen Wochen erschien die deutsche Ausgabe des Buches „Good Morning, Mr. Mandela“ von Zelda la Grange, die fast 20 Jahre lang seine persönliche Assistentin war. Kein Enthüllungsbuch, jedoch eine liebevolle Hommage an einen charismatischen Staatsmann.

 

Foto Kapstadt: Pierre-Jean Durieu / Shutterstock

Auf Pirschfahrt zu den Big Five.

Wie intensiv möchten Sie in die afrikanische Wildnis eintauchen und wie viel Zeit bringen Sie mit? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie eine Safari planen. Eines ist gewiss: Ganz gleich, ob Sie nun eine Tagestour in ein privates Wildreservat unternehmen oder für zehn Tage in die unberührte Natur des Okavango-Deltas eintauchen, die Faszination, den Wildtieren auf einer Pirschfahrt nahe zu sein, sie zu beobachten und diese atemberaubende Atmosphäre zu spüren, ist ein kaum zu beschreibendes Erlebnis, das die Welt da draußen vergessen lässt. Wer einmal dem magischen Spirit der Wildnis verfallen ist, der will ihn immer wieder aufspüren und sich einlassen auf dieses unbeschreibliche Gefühl von Weite und Freiheit. Es ist der unaufhaltsame Rhythmus der Natur, der unter die Haut geht und einen demütig werden lässt. Den Wildtieren nahe zu sein und sie in freier Wildbahn zu erleben, wird durch die Führung erfahrener Ranger zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dieses Abenteuer ist stets aufs Neue ergreifend und sollte bei keiner Afrika-Reise fehlen.

Ein Platz für Tiere

Falls Sie die Verfilmung des Lebenswerks von Professor Bernhard Grzimek gesehen haben, dann erahnen Sie, welchen visionären Grundstein er seinerzeit mit dem Schutz der Serengeti gesetzt hat und auch mit seinem Appell gegen die Massentierhaltung; dieser hat Gültigkeit bis heute! Ihm ist es zu verdanken, dass es in den 1960er Jahren ein Umdenken gab und sich afrikanische Staatspräsidenten und Menschen in Deutschland zum Schutz der Wildtiere aussprachen und Zeichen setzten.

In nur wenigen Ländern gibt es so viele Nationalparks wie in Südafrika. Der Schutz von Wildtieren hat in diesem Land eine lange Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts rief der damalige Präsident Paul Krüger ein Gebiet von rund 20.000 Quadratkilometer nordöstlich des Landes zum Schutzgebiet aus. Heute gibt es neben den großen Nationalparks eine Vielzahl privater Wildreservate, die dazu beitragen die Artenvielfalt des Landes zu erhalten und vom Aussterben bedrohte Tierarten zu schützen versuchen.

Brüllender Löwe auf InverdoornEines dieser privaten Wildreservate ist das Inverdoorn Game Reserve. Das etwa 10.000 Hektar große Schutzgebiet liegt nordöstlich von Ceres in der Kleinen Karoo und ist ca. 2 ½ Fahrtstunden von Kapstadt entfernt. Mitte der 1990er Jahre kauften Jean-Michel und Cathy Vergnaud dieses Areal und arbeiteten unermüdlich daran eine Vielzahl der einst dort lebenden Wildtiere wieder anzusiedeln. Sie waren die Ersten, die das Breitmaulnashorn, Zebras und Kudus wieder zurück in die Kleine Karoo brachten. Heute leitet ihr jüngster Sohn Damien das Reservat sowie die Iziba Safari Lodge. Mit seiner Leidenschaft für den Schutz der Wildtiere hat er zwei weitreichende Projekte initiiert und aufgebaut: Das „Cape Cheetah“ – eine Aufzuchtstation für Geparden – und das „Rhino Protect“. Die Wilderei auf Nashörnern hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und trotz intensiver staatlicher und privater Patrouillen gelingt es kaum, das brutale Abschlachten der Tiere zu verhindern. Solange in Ländern wie China und Vietnam der Irrglaube besteht, das Horn besitze medizinischen Wert, und als Wundermittel gehandelt wird, wird die Wilderei nach diesem „grauen Gold Afrikas“ nicht einzudämmen sein. Auf den globalen Schwarzmärkten kostet Nashorn mehr als Gold oder Kokain; der Preis für das illegal gehandelte Horn ist horrende und liegt bei 20.000 bis 60.000 US Dollar pro Kilogramm.

Über einen langen Zeitraum hinweg suchte daher das Inverdoorn Team nach Wegen, wie sie ihre Nashörner vor Wilderern schützen könnten. Eine der Überlegungen war eine Hornbehandlung zu entwickeln, die das Horn wertlos machen würde. Und so entstand nach intensiver Forschung ein Wirkstoff der, wenn er in das Horn injiziert wird, harmlos für das Nashorn ist, jedoch einen dreifachen Schutz mit sich bringt: Das Horn wird gefärbt, es wird ungeeignet für den menschlichen Verzehr und beinahe unmöglich, es durch den Flughafen Scanner zu schmuggeln. Die Prozedur ist schnell und schmerzlos für das Tier und das Horn wird nur im inneren Kern gefärbt, sodass die Schönheit und die Würde des Nashorns nicht beeinträchtigt werden. Eine revolutionäre Methode, die einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen die Wilderei leistet.

Der ansteckende Virus „Safari“

Safari auf InverdoornDas begeisternde Engagement für die Wildtiere, das das Team von Inverdoorn ausstrahlt, gestaltet die 1-Tages-Safari zu einem spannenden Safari-Erlebnis. Während der knapp dreistündigen Pirschfahrt führen Sie erfahrene Ranger nahe an die Wildtiere heran und erzählen informativ und kenntnisreich über Flora und Fauna. Eines der wichtigsten Utensilien, die Sie bei einer Safari dabei haben sollten, ist ein gutes Fernglas! Eine warme Jacke, Sonnenhut und festes Schuhwerk sollten ebenfalls nicht fehlen. Und wenn Sie dann infiziert wurden von diesem Virus „Safari“ und intensiver dieses Erlebnis erfahren möchten, dann gebe ich Ihnen gerne meine Erfahrungen und Kontakte zu Safari-Veranstaltern weiter, die authentische und individuelle Safaris anbieten. Wenn Sie jedoch dieser Virus bereits „befallen“ hat und Sie im Anschluss an Ihre Kapstadt-Reise eine mehrtägige Safari anhängen möchten, dann lassen Sie mich dies wissen. Gerne recherchiere und organisiere ich für Sie genau nach Ihren Vorstellungen und Wünschen.

Fotos: Inverdoorn Game Reserve