Atlantikküste_Cape

Das Kap der Stürme.

So taufte Bartolomeu Diaz die Südspitze Afrikas, die er in geheimer Mission auf der Suche nach einem Seeweg von Europa nach Asien 1488 entdeckte. Das Kap sollte sein Schicksal werden. Zwölf Jahre später ging sein Schiff in der Nähe des Kaps im Sturm unter und er starb mit der gesamten Besatzung den Seemannstod. Das „Diaz Cross“ auf der Kap-Halbinsel erinnert an seine Entdeckung. Das „Kap der Stürme“ wurde von Seefahrern jahrhundertelang mit größtem Respekt behandelt. Zahlreiche Schiffwracks entlang der Küste zeugen von der Gefahr, die von starken Winden und heftigen Strömungen, aber auch von der Felsenlandschaft unter Wasser ausgeht und auch heute noch Schiffe in Seenot bringen kann. Die Portugiesen benannten das Kap bald in Kap der Guten Hoffnung um, in der Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Fernen Osten – und zudem klingt es ja auch verlockender für all jene, die sich seinerzeit auf die lange und beschwerliche Passage begaben.

Weit weniger stürmisch sondern eher geruhsam geht es auf dem Festland zu. Wenn Sie durch das Eingangstor zum Cape of Good Hope Nature Reserve fahren, eröffnet sich Ihnen unmittelbar eine weite Busch- und Felsenlandschaft. Auf dem Hauptweg nach Cape Point gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Die kleinen Nebenwege, die Sie tief in die artenreiche und einzigartige Flora und Fauna des Reservats hineinführen, ermöglichen in vielen Teilabschnitten nur ein langsames Vorwärtskommen. Es sind jedoch nicht alleine die etwas holprigen Straßen, die das Fahren verlangsamen, sondern es ist die grandiose und unberührte Landschaft mit ihrer vielfältigen Fynbos- und Protea-Vegetation, den immer wieder atemberaubenden Ausblicken auf die abgelegenen Buchten und die faszinierende Tierwelt, die einem – bei wachem Auge – überall begegnet und einen veranlasst anzuhalten und zu beobachten. Seien es Pavian-Familien, die den Weg kreuzen und sich dabei viel Zeit lassen ihre Jungen nachkommen zu lassen oder Buntböcke, die in völliger Ruhe Blätter aus den Büschen rupfen. Auch Strauße beeindrucken, wie sie mit ihren großen Augen die Besucher erst skeptisch beobachten, um dann wieder unbeeindruckt weiterzugrasen.

Die Hauptattraktion am Kap – der Leuchtturm von Cape Point – ist der Ort, wo Sie auf die meisten Touristen treffen werden. Es lohnt sich daher etwas früher am Tag den fantastischen Ausblick von dort oben zu genießen, um dann bei der nächsten Attraktion am Kap der Guten Hoffnung das obligatorische Erinnerungsfoto zu schießen. Nach diesen beiden „must-see“-Orten werden Sie auf den Seitenwegen zur False Bay oder zum Atlantischen Ozean nur mehr wenigen Besuchern begegnen. Mit dem Eintrittsticket zum Cape of Good Hope Nature Reserve erhalten Sie eine Karte, auf der die einzelnen Wege mit ihren Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Nehmen Sie sich Zeit für eine Wanderung, z. B. entlang des Shipwreck-Trails am Olifantsbos, ein Rundweg, der Sie zu den Überresten zweier Wracks führt und ca. 90 Minuten dauert. Oder zum windgeschützten Strand von Buffels Bay mit einem Gezeitenpool und Picknickplätzen. Auf den umliegenden Grasflächen können oft Buntböcke gesichtet werden. Sie sollten daher bei diesem Trip ein Fernglas mitnehmen und Windjacke und festes Schuhwerk nicht vergessen.

Ein genussvoller Ausklang des Tages

Wenn Sie den Rückweg über Simon’s Town nehmen und noch Lust haben die Pinguin-Kolonie zu besuchen, dann finden Sie dazu weitere Informationen unter dem Blogbeitrag „Vorfahrt gewähren und die Kamera bereit halten“.

Sollte der Tag schon fortgeschritten sein und Sie diesen ganz entspannt in maritimer Atmosphäre mit toller Aussicht in die Fals Bay ausklingen lassen wollen, dann empfehle ich nach Kalk Bay ins Harbour House zu fahren. Das Restaurant liegt inmitten des kleinen Fischereihafens und ein Parkplatz ist direkt vor der Tür. Eine Reservierung ist erforderlich, um einen der begehrten Tische am Fenster zu bekommen. Die Bar auf der Terrasse ist nicht nur herrlich romantisch, sondern gewährt auch einen schönen Blick auf den kleinen idyllischen Ort, der sich zwischen Berge und Meer entlang der Küstenstraße ausbreitet. Genießen Sie diese Stimmung bei einem Aperitif und freuen Sie sich auf kreativ zubereitete Gerichte.