Centenary Tree Canopy Walkway

Kirstenbosch auf neuem Weg erkunden.

Über den Wipfeln der Bäume entlang der Boomslang.

Was soll mir das sagen, fragt sich wahrscheinlich so mancher! Die Boomslang ist eine extrem giftige afrikanische Baumschlange, jedoch kaum bekannt, da sie aufgrund ihrer Scheu und ihres überwiegenden Aufenthalts in höherer Vegetation kaum bekannt ist. Und doch hatte sie für die Errichtung des Centenary Tree Canopy Walkway bei den Verantwortlichen des Kirstenbosch Botanic Garden den entscheidenden Einfluss gegeben. Denn dieser seit Mai 2014 neue Erkundungsweg auf Höhe der Baumwipfeln gibt den Besuchern herrliche Ausblicke auf die Gartenanlage, die umliegenden Berge sowie auf die Cape Flats und schlängelt sich gemäß der Boomslang entlang auf bis zu 12 Meter Höhe über dem Boden. Dem einen oder anderen mag dieser Fußmarsch so vorkommen, als ob er sich auf einem Schiff befinden würde, denn die Konstruktion ist so gestaltet, dass sie beweglich ist und mitschwingt und so ist man doch irgendwie froh nach ca. 130 Meter Länge wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Boomslang hier auch tatsächlich beheimatet ist. Nur, wie uns die erfahrene Führerin beruhigte, eben nicht zu sehen, da sie sehr scheu ist und daher auch keine Gefahr für die Besucher darstellt.

Kirstenbosch GardenSo wie die Erhaltung des Botanischen Gartens, so wurde auch diese Brücke alleine durch Eintrittsgelder und aus Nachlässen von Wohltätern finanziert. Und so lässt sich auch erklären, dass derzeit nur 36 Gartenarbeiter für die Pflege der riesigen Anlage von ca. 36 Hektar verantwortlich sind. Eine immense Arbeit, wenn man bedenkt, dass dieser Botanische Garten sich zur Aufgabe gemacht hat, die einheimische Pflanzenwelt von ca. 7.000 Pflanzenarten der Kapregion zu bewahren. Unter der typischen Fynbosvegetation ist dabei die südafrikanische Nationalpflanze, die Protea, in all’ ihren Ausprägungen ein begehrtes Fotoobjekt bei den Besuchern.

SunbirdNicht zu vergessen ist neben der überwältigenden Vielzahl an Flora die Fauna im Kirstenbosch Garten. Viele der nachtaktiven Tiere wie der Kap-Fuchs, das Kap-Stachelschwein oder der Wasser-Mungo sind zwar kaum zu sehen, dafür sind jedoch von den über 125 Vogelarten zahlreiche zu sichten. Die kleinen Sunbirds mit ihrem bunten Gefieder sind dabei lustig zu beobachten, wie sie den Nektar aus den Pflanzenkelchen holen und um die Blüten herumspringen. Ein Besuch im Kirstenbosch Botanic Garden, der mit seinen gut 100 Jahren zwar noch sehr jung, in seiner Gestaltung jedoch einzigartig ist, sollte bei Ihrer Südafrika-Reise nicht fehlen. Es lohnt sich, eine geführte Tour mitzumachen, denn dabei erfährt der Besucher nicht nur Wissenswertes über Flora und Fauna, sondern erhält auch historische Informationen über Menschen, die den Garten wesentlich geprägt und den heutigen Zustand ermöglicht haben. Die Führungen finden Montag bis Freitag um 10 und 14 Uhr, am Dienstag zusätzlich um 11 Uhr sowie am Samstag um 10 Uhr statt.

Sommerkonzerte 2017/18.

Die jährlichen Sommerkonzerte gehören zum berühmtesten Spektakel des Gartens. Die außergewöhnlichen Open-air-Konzerte beginnen in dieser Saison am 11. November 2017 mit Yusuf Cat Stevens und finden jeden Sonntag bis zum 1. April 2018 statt. Hier geht’s zum Konzertkalender. Wer einmal an einem der Konzerte teilnahm und mit Familie oder Freunden dabei ein gemütliches Picknick verbrachte, weiß wie vergnüglich so ein Sonntag verlaufen kann.