Gewaltige Gebirgszüge und herrschaftliche Weingüter.

Auf den Spuren des „Großen Tracks“.

Heutzutage fährt man ganz bequem im Auto und auf gut ausgebauter Straße über den Sir Lowry’s Pass, der über die Hottentots Holland Berge führt und grandiose Rundblicke auf die False Bay und in das Hinterland gewährt. Dass zu Beginn des Großen Tracks im Jahr 1835 die Migranten, die Kapstadt in Richtung Ostküste verließen, denselben Weg auf Ochsenkarren unternahmen, ist für uns beim Anblick dieses gewaltigen Gebirges kaum vorstellbar. Noch heute sind aus dieser Zeit in die Felslandschaft eingehauene Markierungen für deren Fuhrwerke zu sehen.

Die heutige Fahrt wird meine Gäste und mich über vier gewaltige Gebirgszüge führen und in das Weinstädtchen Franschhoek mit seinem französischen Flair und beschaulichen Bistros. 1688 haben sich hier am Ostende des Drakenstein Tals ca. 200 französische Hugenotten niedergelassen und mit dem Weinanbau begonnen, der heute maßgeblich die Region prägt. Entlang der Main Road lässt sich ein guter Überblick gewinnen über die historische Architektur und die heutige Lebensart mit all ihren unterschiedlichen Ausprägungen. Neben touristisch ausgerichteten Attraktionen, wie der Franschhoek Wine Tram, die mit ihrer Roten und Blauen Linie Besucher zu jeweils sieben Weinfarmen bringt, sowie zahlreicher Souvenirläden mit afrikanischen Arbeiten, finden sich auch Galerien mit zeitgenössischer Kunst und erstklassige Restaurants.

Bevor wir jedoch dort anlangten, ging es erst entlang ausgedehnter Apfel- und Orangenplantagen über den Viljoens Pass und weiter zum riesigen Theewaterskloof Damm, der zur Hauptwasserversorgung von Kapstadt beiträgt. Kurz hinter dem Stausee ging es dann hinauf auf den spektakulären und kurvenreichen Franschhoek Pass, der das Highlight dieser Vier-Pässe-Fahrt darstellte. Nach jeder kurvigen Steigung eröffneten sich uns neue Rundblicke in diese fruchtbare und bezaubernde Landschaft. Oben angekommen waren wir überwältigt von dem Ausblick, der sich uns auf das Franschhoek Tal mit seinen Weinhängen auftat.

Nach dieser bildgewaltigen Pässe-Fahrt machten wir kurz vor Franschhoek bei „La Petite Ferme“ Halt zum Lunch. Ein wunderbarer Ort zur Einkehr. Bei einem Glas Cap Classique lässt sich im Garten in himmlisch ruhiger Atmosphäre entspannen. Der Blick auf das Tal, die angrenzenden Weinberge und die Gartengäste – Perlhühner, Ibisse und andere einheimische Vogelarten – ergänzten diese bezaubernde Stimmung.

Angenehm gestärkt und mit neuem Erlebnishunger versehen, bummelten wir durch Franschhoek und kehrten im Anschluss zu einem Winetasting in erlesener Atmosphäre bei ANTHONIJ RUPERT WYNE im L’Ormarins Manor House ein. Das herrschaftliche Herrenhaus ist mit Antiquitäten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts im kapholländischen Stil möbliert, die eindrucksvoll den Lebensstil der damaligen Zeit repräsentieren. Das Anwesen mit der sorgsam gepflegten und wunderschön angelegten Gartenanlage strahlt eine vereinnahmende Ruhe und Eleganz aus, die einlädt, länger zu verweilen.

Auf der schattigen Veranda mit Blick in den Garten und auf die Franschhoek Weinberge oder in einer der behaglich eingerichteten Räumlichkeiten finden die Weinproben statt. Zur Wahl stehen die Anthonij Rupert Weine, die Cape of Good Hope Weine sowie der Brut Classique und der Port von L’Ormarins.

Als wir uns auf den Weg über den Hellshoogte Pass zurück nach Camps Bay begaben, lagen dann auch so einige edle Tropfen des Weinguts in unserem Kofferraum.