DORNIER – Kunst, Vision und Zeitgeist.

Ein kulinarischer Ausflug nach Stellenbosch.

Mit dem Namen Dornier verbindet man in erster Linie Flugzeugbau und deutsche Ingenieurskunst. Dass dieser Name heute auch in der Weinindustrie bekannt ist, verdankt er Christoph Dornier, dem jüngsten Sohn des legendären Luftfahrtpioniers Claude Dornier. Christoph Dornier (1938 – 2008) ging bereits in jungen Jahren seinen eigenen und individuellen Weg und erlangte als renommierter Künstler und Mäzen großes Ansehen. Er war oft seiner Zeit voraus und so gründete er in den achtziger Jahren eine Stiftung für Klinische Psychologie mit Instituten an mehreren Universitäten in Deutschland. In den neunziger Jahren zog es ihn nach Stellenbosch, wo er mit Dornier Wines begann. In dieser Zeit des politischen Umbruchs erkannte er die große Chance und das Potential Südafrikas. Das war jedoch nicht der einzige Grund, weshalb er dieses Weingut aufbaute. Denn vor allem liebte er als Schöngeist, Lebenskünstler und Philosoph die Mystik, die Symbolik und die Schönheit des Weins.

Christoph Dornier hatte nicht nur eine Leidenschaft für Kunst, Kultur und Wein, sondern auch für Architektur. Dies spiegelt sich in seinem Vermächtnis – dem Dornier Weinkeller – wider, ein architektonisches Highlight des 21. Jahrhunderts, das gegenüber dem Bodega Restaurant, einem historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, errichtet wurde. Bei der Planung dachte der „Künstler“ wohl an eine Skulptur und der „Weinmacher“ an eine funktionale Produktionsstätte. Beides in einem vereint steht jetzt eindrucksvoll inszeniert und von den Stellenboscher Bergen dramatisch eingerahmt für den Besucher bereit. Soviel zur Geschichte von Dornier Wines, auch wenn nur in kurzen Zügen dargestellt. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erklären, weshalb ich von den zahlreichen und exzellenten Weingütern der Kapregion ausgerechnet mit Dornier beginne: Es sind nostalgische Gründe. Denn mein erster bewusster Weingenuss mit einem Pinotage begann mit einem Dornier Pinotage, der bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Wo? In dem hervorragendem Restaurant FIVE FLIES in Kapstadt, das leider im April 2014 seine Tore schloss. Und nun zurück zur Gegenwart!

Am letzten Samstag haben meine Gäste und ich den Stellenbosch Slow Food Market besucht. Ein erlebnisreicher und auch kurioser Markt. Denn neben allerlei Schnickschnack und lokaler Kunst-Kuriositäten gab es vor allem hervorragende regionale Lebensmittel, Früchte und Gemüse sowie hausgemachte Spezialitäten und die meisten auch zum Probieren. Ein Gaumenschmaus der besonderen Art. Vor allem, wenn man auf Schwarzwälder Kirsch Torte stößt oder Bienenstich – beides köstliche südafrikanische Kreationen basierend auf deutschen Rezepten. Und doch haben uns die regionalen Spezialitäten wie die Boerewors in verschiedenen Gewürzmischungen, Biltong – luftgetrocknetes Fleisch vom Rind und Wild – und die Vielzahl an selbstgemachten Chutneys mehr begeistert. Eines davon, ein Rote Beete Chutney aus der Karoo, war dann Begleiter des abendlichen Braais, den wir auf der Terrasse der Villa veranstaltet haben.

Mit diesen kulinarischen Eindrücken versehen fuhren wir zum Dornier Wine Estate zum Winetasting. Natürlich hat uns erst einmal die beeindruckende Architektur des Weinkellers und der Bodega fasziniert und die umrahmenden Berge, die das ganze Anwesen irgendwie zu beschützen schienen. Die heimelige Atmosphäre der Bodega wurde dabei beherrscht von dem faszinierenden Gemälde des einstigen Hausherrn Christoph Dornier. Dieses Gemälde wurde inspiriert von der griechischen Mythologie und der Geschichte von Leda und dem Schwan. Die Geschichte von Leidenschaft und Verführung ist ein Spiegelbild der zwei Naturen, die Verwandlung von Mensch zu Tier. Christoph Dornier liebte diese Mythologie. Die Verführung Ledas durch Zeus, verwandelt als Schwan, wird daher im Dornier Logo durch den Kopf Ledas und die zwei Schwanenköpfe symbolisiert.

Back to reality und zu hervorragenden Weinen von Dornier Wines. Es war ein herrlich sonniger Tag und der Wind hielt sich in Grenzen, weshalb wir uns entschieden, das Winetasting im Freien zu erleben. Als uns Samira mit dem Angebot vertraut machte war bald klar, sie ist eine Weinexpertin und Meisterin ihres Faches – nur – ist da nicht so ein kleiner vertrauter Akzent? Ja, sie stammt aus einer deutschen Winzerfamilie und verbringt gerade ihr Praktikum als Studentin für Weinbetriebswirtschaft hier auf dem Weingut. Und so erlebten wir eine intensive und erlebnisreiche Einführung in die Weine von Dornier Wines und nebenbei informierte uns Samira über die Weinerzeugung, deren Herausforderung beim Blending, also dem Verfeinern von Weinen, und so manchen interessanten Geschichten der Weinerzeugung am Kap und insbesondere bei Dornier. Dabei berichtete sie mit Begeisterung von den herausragenden Leistungen der gerade 32-jährigen Jeanine Craven, die seit März 2012 Kellermeisterin bei Dornier ist und neue Ideen und internationale Ansprüche in ihre Weinkreationen einfließen lässt. Da ich keine Weinexpertin, sondern nur Weingenießerin bin, kann ich natürlich keine professionelle Bewertung abgeben. Nur soviel zu dem Ergebnis unseres Winetastings: Wir waren einheitlich der Meinung, dass der 2014 Cocoa Hill Rosé für den heutigen Abend der perfekte Begleiter für unseren Braai sein wird.

Mehr Informationen zu den Weinen von Dornier erhalten Sie auf der Dornier Homepage.